<?xml version="1.0" encoding="UTF-8"?>
<rss version="2.0"
	xmlns:content="http://purl.org/rss/1.0/modules/content/"
	xmlns:wfw="http://wellformedweb.org/CommentAPI/"
	xmlns:dc="http://purl.org/dc/elements/1.1/"
	xmlns:atom="http://www.w3.org/2005/Atom"
	xmlns:sy="http://purl.org/rss/1.0/modules/syndication/"
	>

<channel>
	<title>Märchenbücher.org</title>
	<atom:link href="http://www.xn--mrchenbcher-l8a23a.org/feed" rel="self" type="application/rss+xml" />
	<link>http://www.xn--mrchenbcher-l8a23a.org</link>
	<description>Märchenbücher für jung und alt, direkt online bestellen.</description>
	<pubDate>Tue, 07 Apr 2009 08:06:42 +0000</pubDate>
	<generator>http://wordpress.org/?v=2.7.1</generator>
	<language>en</language>
	<sy:updatePeriod>hourly</sy:updatePeriod>
	<sy:updateFrequency>1</sy:updateFrequency>
			<item>
		<title>Märchenbücher für jung und alt.</title>
		<link>http://www.xn--mrchenbcher-l8a23a.org/maerchenbuecher-fuer-jung-und-alt</link>
		<comments>http://www.xn--mrchenbcher-l8a23a.org/maerchenbuecher-fuer-jung-und-alt#comments</comments>
		<pubDate>Sat, 04 Apr 2009 22:30:50 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
		
		<category><![CDATA[Startseite]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.xn--mrchenbcher-l8a23a.org/?p=119</guid>
		<description><![CDATA[Märchen erzählen, Märchen anhören, jeder liebt diese Geschichten und Bücher ob jung oder alt. 
Märchenbücher
Es war einmal&#8230;, so fängt alles an. Diese Geschichten begeistern nicht nur die Kinder. Besonders bekannt sind die Märchen der Gebrüder Grimm. In unserem Märchenbücher Shop  finden Sie garantiert das richtige Märchenbuch.
Märchen Hörbücher
Digitale Medien wie Hörbücher auf CD&#8217;s sind heute [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Märchen erzählen, Märchen anhören, jeder liebt diese Geschichten und Bücher ob jung oder alt. </strong></p>
<p><strong>Märchenbücher</strong><br />
Es war einmal&#8230;, so fängt alles an. Diese Geschichten begeistern nicht nur die Kinder. Besonders bekannt sind die Märchen der Gebrüder Grimm. In unserem <a href="http://www.märchenbücher.org/maerchenbuecher-shop.php"><strong>Märchenbücher Shop</strong> </a> finden Sie garantiert das richtige Märchenbuch.</p>
<p><strong>Märchen Hörbücher</strong><br />
Digitale Medien wie Hörbücher auf CD&#8217;s sind heute in fast jedem Haushalt zu finden. Märchen Bücher welche entweder vorgelesen, oder als Geschichte wiedergegeben werden. Eine Auswahl klassicher und moderner Märchenbücher auf CD finden Sie in unseren <a href="http://www.märchenbücher.org/maerchenbuecher-shop.php"><strong>Märchenbücher Shop</strong> </a> .</p>
<p><center><br />
<script type="text/javascript"><!--
amazon_ad_tag="maerchenbuecher07-21"; 
amazon_ad_width="600"; 
amazon_ad_height="520"; 
amazon_color_border="FFFFFF"; 
amazon_color_logo="FB6B00"; 
amazon_color_link="000000"; 
amazon_ad_logo="hide"; 
amazon_ad_link_target="new"; 
amazon_ad_title="Märchenbücher-Shop"; //--></script><br />
<script type="text/javascript" src="http://www.assoc-amazon.de/s/asw.js"></script><br />
<!-- BEGIN PARTNER PROGRAM - DO NOT CHANGE THE PARAMETERS OF THE HYPERLINK --><br />
<script type="text/javascript" src="http://banners.webmasterplan.com/view.asp?ref=463126&#038;js=1&#038;site=3582&#038;b=18&#038;target=_blank&#038;title=audible.de" ></script><noscript><a href="http://partners.webmasterplan.com/click.asp?ref=463126&#038;site=3582&#038;type=b18&#038;bnb=18" target="_blank"><br />
<img src="http://banners.webmasterplan.com/view.asp?ref=463126&#038;site=3582&#038;b=18" border="0" alt="audible.de" width="468" height="60" /></a><br /></noscript><br />
<!-- END PARTNER PROGRAM --><br />
</center></p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.xn--mrchenbcher-l8a23a.org/maerchenbuecher-fuer-jung-und-alt/feed</wfw:commentRss>
		</item>
		<item>
		<title>Johann Wilhelm Wolf</title>
		<link>http://www.xn--mrchenbcher-l8a23a.org/johann-wilhelm-wolf</link>
		<comments>http://www.xn--mrchenbcher-l8a23a.org/johann-wilhelm-wolf#comments</comments>
		<pubDate>Sat, 04 Apr 2009 22:04:05 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
		
		<category><![CDATA[Johann Wilhelm Wolf]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.xn--mrchenbcher-l8a23a.org/?p=207</guid>
		<description><![CDATA[Johann Wilhelm Wolf (* 23. April 1817 in Köln; † 28./29. Juni 1855 in Hofheim am Taunus) war Sammler von Märchen und Sagen.
Wolf wuchs in streng katholischem Milieu auf. Über seine Ausbildung ist nichts Näheres bekannt. Er arbeitete anfangs in einem kaufmännischen Beruf, floh aber bald nach Brüssel, wo er sich mit dem Studium und [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Johann Wilhelm Wolf (* 23. April 1817 in Köln; † 28./29. Juni 1855 in Hofheim am Taunus) war Sammler von Märchen und Sagen.</p>
<p>Wolf wuchs in streng katholischem Milieu auf. Über seine Ausbildung ist nichts Näheres bekannt. Er arbeitete anfangs in einem kaufmännischen Beruf, floh aber bald nach Brüssel, wo er sich mit dem Studium und der Sammlung volkstümlicher flämischer Überlieferungen beschäftigte.</p>
<p>Über Gent ging er zurück nach Köln. Um 1846 heiratete er Marie von Ploennies; 1847 zog die Familie nach Darmstadt. Zusammen mit seinem Schwager, dem Lieutnant Wilhelm von Ploennies, sammelte er auf Streifzügen durch den Odenwald und bei systematischen Befragungen der Soldaten aus dessen Kompanie das Material zu Märchen- und Sagensammlungen.</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.xn--mrchenbcher-l8a23a.org/johann-wilhelm-wolf/feed</wfw:commentRss>
		</item>
		<item>
		<title>Das Schneiderlein und die drei Hunde</title>
		<link>http://www.xn--mrchenbcher-l8a23a.org/das-schneiderlein-und-die-drei-hunde</link>
		<comments>http://www.xn--mrchenbcher-l8a23a.org/das-schneiderlein-und-die-drei-hunde#comments</comments>
		<pubDate>Sat, 04 Apr 2009 22:03:18 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
		
		<category><![CDATA[Das Schneiderlein und die drei Hunde]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.xn--mrchenbcher-l8a23a.org/?p=183</guid>
		<description><![CDATA[Ein armes Schneiderlein hatte zu Hause nichts zu verlieren und ging auf Reisen. Es war schon lange marschiert, da kam es eines Tags in einen großen dunkeln Tannenwald und es pfiff und sang und war von Herzen vergnügt. Als es eine kurze Strecke in dem Walde gegangen war, kam ein großer Hund dahergelaufen, der bot [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Ein armes Schneiderlein hatte zu Hause nichts zu verlieren und ging auf Reisen. Es war schon lange marschiert, da kam es eines Tags in einen großen dunkeln Tannenwald und es pfiff und sang und war von Herzen vergnügt. Als es eine kurze Strecke in dem Walde gegangen war, kam ein großer Hund dahergelaufen, der bot dem Schneiderlein die Zeit und fragte, ob es ihn mitnehmen wolle? &#8220;Ich will dich schon mitnehmen, wenn du hinter mir herlaufen und mir untertänig sein willst.&#8221; &#8220;Das will ich&#8221; sprach der Hund und lief hinter ihm drein.</p>
<p>Als das Schneiderlein ein Stück Wegs weiter gegangen war, kam ein zweiter Hund gelaufen, bot ihm die Zeit und fragte, ob es ihn mitnehmen wolle? &#8220;Eigentlich habe ich mit einem Hunde schon zu viel&#8221; sprach das Ritterlein von der Elle, &#8220;wenn du mir aber untertänig sein willst und gehorsam, so magst du hinter mir herlaufen, dem andern zur Gesellschaft.&#8221; &#8220;Das will ich&#8221; sprach der Hund.</p>
<p>So ging&#8217;s weiter und weiter und als die drei Reisenden wieder ein Stück Wegs hinter sich hatten, kam ein dritter Hund, der fragte auch, ob ihn das Schneiderlein mitnehmen wolle? Da stutzte es aber, denn es wusste schon nicht, woher es das Futter für die zwei andern Hunde hernehmen sollte, doch dachte es zuletzt: &#8220;Aller guten Dinge sind drei&#8221; und sprach zu dem Hunde: &#8220;Wenn du mir treu und untertänig sein willst, magst du in Gottes Namen hinter mir herlaufen, wie die beiden andern.&#8221;</p>
<p>Gegen Abend kamen sie aus dem Walde und sahen ein Dorf vor sich und das erste Haus war ein Wirtshaus. Sprach das Schneiderlein: &#8220;Hunger haben wir alle vier, aber wie ein Sechskreuzerstück aussieht, habe ich seit lange vergessen.&#8221; &#8220;Nichts weiter als das?&#8221; sagte der erste Hund. &#8220;Geh du nur hinein und bestelle für vier Mann Essen und Trinken und kümmere dich nicht um das Bezahlen; dafür lass du uns sorgen.&#8221; Dem Schneiderlein wuchs der Mut, als es das hörte, es schwang seine Elle dreimal lustig überm Kopf, ging in das Wirtshaus, schlug mit der Faust auf den Tisch und bestellte vier Gedecke und Essen, soviel das Haus vermochte, Gesottenes und Gebratenes nebst Wein und Bier. Dann warf es sein Felleisen und seinen Hut auf die Bank, die Elle in die Ecke und sich selbst in einen bequemen Lehnstuhl.</p>
<p>Als nun das Essen aufgetragen war, ging die Tür auf und die drei Hunde stürzten herein, sprangen jeder auf einen Stuhl und fingen an zu essen und zu trinken, wie die Menschen, so dass die Wirtin über solchen Verstand die Hände überm Kopf zusammenschlug. Nach dem Essen sprach der eine Hund: &#8220;Nimm den Weg zwischen die Beine, lass aber Alles hier liegen, es kommt dir nichts fort.&#8221; Da ging das Schneiderlein mir nichts, dir nichts weg und die Wirtin ließ ihn gehen, weil er sein Felleisen, seinen Hut und seine Elle zurückgelassen; er wird gleich wiederkommen, dachte sie, und will sich nur im Ort umsehn. Sobald die Wirtin aber den Rücken gewandt hatte, packte jeder der Hunde eins der drei Stücke, sprangen zur Tür hinaus und brachten sie ihrem Herrn; da hatte die Wirtin das Nachsehen.</p>
<p>Guten Mutes zog das Schneiderlein weiter; einer der Hunde lief voraus und zeigte den Weg. Bald kamen sie wieder in den Wald und nachdem sie schon manchen Schritt und Tritt darin getan hatten, an einen freien Waldplatz, worauf ein großes Schloss stand. Da blieb der Hund stehen. &#8220;Hast du Mut?&#8221; fragte er das Schneiderlein. &#8220;Mehr als Geld&#8221;, war die Antwort. &#8220;Dann binde uns an ein Seil, führe uns in das Schloss und verkaufe uns den Riesen, die da wohnen. Trau ihnen aber nicht, denn sie sind tückisch und arglistig. Damit du vor ihnen sicher bist wollen wir dir jeder etwas schenken, das wende wohl und klug an und dein Glück ist gemacht.&#8221; Sprachs und gab ihm ein Salbentöpfchen. Wenn man mit der Salbe einen Stuhl bestrich, dann blieb jeder daran hängen, der sich drauf setzte. Der zweite Hund gab ihm ein Stöcklein, wen man damit aufs Haupt schlug, der tat keinen Pieps mehr. Der dritte gab ihm ein Hörnlein: &#8220;Wenn du in Not kommen solltest, blase nur darauf und wir werden dir helfen.&#8221; &#8220;Ich muss erst versuchen ob ich auch darauf spielen kann&#8221;, sagte das Schneiderlein, &#8220;wenn man so harte Arbeit tut wie ich, dann wird einem der Atem kurz&#8221;, setzte das Hörnlein an den Mund und blies hinein. Ach was das für einen Klang hatte! Es war aber nicht des Schneiderleins Atem, der ihm den Klang gab, denn der war so dünn, wie eine Nähnadel.</p>
<p>Es steckte jetzt getrost die drei Stücke ein, band die Hunde an und ging mit ihnen in das Schloss. Da kam es oben an der großen Treppe in einen weiten und hohen Saal, wo die Riesen an einer langen Tafel saßen und aus Bechern tranken, deren jeder wohl ein Viertelohm fasste. Das Schneiderlein zog höflich seinen Hut und fragte, ob die Herren Riesen nicht drei schöne Hunde kaufen wollten? Sie beschauten die Hunde rechts und links, sprachen: &#8220;Wir behalten sie und wollen sie gleich in den Stall sperren, warte du derweil, bis wir wiederkommen, dann bekommst du dein Geld.&#8221; Dabei lachten sie boshaft einander zu und warfen Blicke auf das Schneiderlein, von denen es sich nichts Gutes versprach. &#8220;Pfeift der Wind aus dem Loche&#8221; dachte der Ritter von der Elle, &#8220;dann will ich euch schon den Spaß verderben&#8221;, und er kletterte an allen Stühlen hinauf und schmierte sie mit seiner Salbe ein, oben und unten, vorn und hinten. Das war sein Glück, denn draußen hielten die Riesen Rat, wie sie das Schneiderlein mit Ehren todtmachen und fressen könnten; es sei zwar ein magerer Bissen, aber Menschenfleisch war ihnen etwas Neues und sie wollten vorlieb nehmen, bis sie etwas Besseres bekämen.</p>
<p>Als sie wieder herein kamen, sprachen sie das Schneiderlein habe sie im Handel betrogen, die Hunde seien nicht so viel wert und es müsse gefressen werden. Sprach das Schneiderlein: &#8220;Ich will gern sterben, wenn ich es verdient habe, aber nicht ohne Urteil und Recht. Haltet zuvor ordentlich Gericht über mich, dann will ich mich verteidigen.&#8221; Die Riesen lachten, rückten die Stühle in einen Halbkreis und sprachen: &#8220;Nun fange an, du Erdwurm.&#8221; &#8220;Setzt euch alle zuvor, wie es einem ordentlichen Gericht gebührt.&#8221; Als sie dies getan hatten, nahm das Schneiderlein einen Schemel, setzte sich vor sie hin, stopfte sich eine Pfeife und blies die dicken Wolken so vor sich hin. &#8220;Wird&#8217;s bald?&#8221; fragten die Riesen. &#8220;Ei ich bin schon fertig, nun mögt ihr euch verteidigen, denn ich verurteile euch alle zum Tode.&#8221; Die Riesen lachten Anfangs, als ihnen die Sache aber zu lange dauerte wollten sie aufstehen und das Schneiderlein fassen, da klebten sie alle fest und keiner konnte ein Glied rühren. &#8220;Nun wird&#8217;s bald?&#8221; fragte das Schneiderlein und lachte, nahm sein Stöckchen und schlug sie alle auf die Köpfe, einen nach dem andern, da fielen sie hin und waren tot.</p>
<p>&#8220;Jetzt will ich von der Arbeit ausruhen&#8221; sprach das Schneiderlein zu sich selbst, aber darin betrog es sich gewaltig. Im selben Augenblick hörte es, wie einer mit schweren Tritten die Treppe herauf kam, die Tür flog auf und herein schritt ein Riese, noch einmal so groß als die andern. Das war aber der Riesenkönig, der eben von der Jagd nach Hause kam. Als dieser sah, was vorgegangen war, fragte er das Schneiderlein, wer die Riesen ermordet habe? &#8220;Das habe ich getan.&#8221; &#8220;Hast du das getan dann bekommst du deine Strafe dafür. Zum Fressen bist du zu schlecht, aber als Spatzenscheuche kannst du allenfalls dienen, darum will ich dich in den Garten aufhängen.&#8221; Sprachs, hob das Schneiderlein bei den Beinen auf und trug es in den Garten, wo ein hoher Galgen stand. Er setzte es oben drauf und fing an die Schlinge zu drehen. Da besann es sich kurz, zog sein Hörnlein aus dem Sack und blies aus Leibeskräften hinein, dass es zehn Meilen in die Runde scholl. Mit einemmal standen die drei Hunde da und hatten ihre zerrissenen Ketten am Halse. &#8220;Schneiderlein steig herab!&#8221; sprach der Erste. &#8220;Ich darf nicht, der da will mich hängen.&#8221; Da fielen die drei Hunde über den Riesenkönig her und zerrissen ihn in tausend Stücke.</p>
<p>Das Schneiderlein warf sich vor lauter Freude den Hunden an die Hälse und tanzte wie besessen auf einem Bein herum. Der erste von den Hunden aber sprach: &#8220;Jetzt ist das Schloss von den Riesen befreit und erlöst, nun musst du uns dreien noch die Köpfe abhauen.&#8221; &#8220;Das tue ich nun und nimmermehr&#8221; sprach das Schneiderlein. &#8220;Dann zerreißen wir dich wie den Riesen.&#8221; &#8220;Ja wenn ihr durchaus nicht anders wollt, dann tue ich euch den Gefallen.&#8221; Er holte ein Schwert, fasste es mit beiden Händen und schlug den Hunden die Hälse ab, drehte sich dann aber schnell herum, denn er konnte kein Blut sehen. Da rief es hinter ihm seinen Namen, erschrocken fuhr das Schneiderlein auf und siehe da stand ein König vor ihm mit zwei wunderschönen Prinzessinnen. Der sprach: &#8220;Du bist unser Erlöser, denn wir waren die drei Hunde und waren verwünscht. Zum Danke dafür gebe ich dir eine von meinen Töchtern zur Frau.&#8221; Da griff das Schneiderlein rasch nach der Ältesten und sie gingen zum Schlosse. Aller Zauber, welchen die Riesen darüber gesprochen, war gelöst und die Zimmer wimmelten von Hofherren und Dienern. Als sie aber durch die Fenster schauten, war der ganze Wald zu einer prächtigen Stadt geworden, die kleinen Bäume zu Häusern, die großen zu Kirchen und Kirchtürmen, die Vögel zu allerlei fleißigen Menschen und Jubel und Freude war wohin man schaute. Am folgenden Tag wurde die Hochzeit gehalten und wären du und ich dazu gekommen, denk mal, was wäre das für Freude gewesen!</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.xn--mrchenbcher-l8a23a.org/das-schneiderlein-und-die-drei-hunde/feed</wfw:commentRss>
		</item>
		<item>
		<title>Die Prinzessin von Tiefental</title>
		<link>http://www.xn--mrchenbcher-l8a23a.org/die-prinzessin-von-tiefental</link>
		<comments>http://www.xn--mrchenbcher-l8a23a.org/die-prinzessin-von-tiefental#comments</comments>
		<pubDate>Sat, 04 Apr 2009 22:02:34 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
		
		<category><![CDATA[Die Prinzessin von Tiefental]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.xn--mrchenbcher-l8a23a.org/?p=181</guid>
		<description><![CDATA[Zur Zeit als es noch schöner in der Welt war wie heutzutage, geschah es, dass ein Wachtmeister des Soldatenlebens müde wurde und desertierte. Im ersten Wirtshaus über der Grenze machte er Halt, denn er war scharf geritten und müde, das war sein Pferd auch. Er saß nicht lange im Zimmer, da trabte etwas über die [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Zur Zeit als es noch schöner in der Welt war wie heutzutage, geschah es, dass ein Wachtmeister des Soldatenlebens müde wurde und desertierte. Im ersten Wirtshaus über der Grenze machte er Halt, denn er war scharf geritten und müde, das war sein Pferd auch. Er saß nicht lange im Zimmer, da trabte etwas über die Landstraße daher und hielt vor dem Wirtshaus: als er herausschaute, waren es zwei Husaren. Nun war guter Rat teuer, denn er glaubte, die kämen ihn einzufangen; er sagte rasch dem Wirt, dass er Deserteur sei und der gute Wirt versteckte ihn in die Nebenkammer. Die zwei Husaren traten herein und frugen: &#8220;Ist nicht ein Wachtmeister von den Husaren hier eingekehrt?&#8221; &#8220;Dass ich nicht wüsste&#8221; erwiderte der Wirt. &#8220;Hier hilft kein Leugnen&#8221;, sprachen die Husaren, &#8220;wir haben sein Pferd im Stalle gesehen und er muss hier sein, aber er mag nur hervorkommen, denn wir sind auch desertiert.&#8221; Als der Wachtmeister das hörte, sprang er aus der Kammer heraus und rief: &#8220;Dann seid willkommen, ihr Brüder&#8221; und sie waren alle drei lustig und guter Dinge. Endlich sprach der Wachtmeister: &#8220;Es ist nicht gut, dass wir drei zusammen weiter reiten, geht ihr voraus, ich komme nach.&#8221; Das geschah, die Husaren machten sich auf den Weg und eine Viertelstunde nachher folgte der Wachtmeister.</p>
<p>Er war schon eine Stunde weit geritten da traf er auf zwei Holzhacker und frug sie, ob nicht zwei Husaren vorbeigeritten wären? &#8220;Ja wohl vor einer Stunde&#8221; war die Antwort. Der Wachtmeister ritt noch schärfer zu und als er wiederum eine gute Strecke weiter war, fand er ein paar Leute am Wege, welche Steine klopften. &#8220;Sind nicht zwei Husaren hier vorbeigeritten?&#8221; frug er. &#8220;Ja wohl vor etwa zwei Stunden&#8221; sprachen die Leute. Da ritt er noch besser zu und sah bald einen Dreiweg vor sich. Was nun machen? &#8220;Ich will mein Pferd gehen lassen&#8221; dachte er, &#8220;vielleicht weiß das besser den rechten Weg wie ich.&#8221; Das Pferd lenkte eben rechts in den Wald ein und ging immer und immer zu und es wurde immer dunkler und dunkler, so dass man keine Hand vor den Augen sah. Plötzlich stutzte das Pferd und wollte nicht weiter. Der Wachtmeister stieg ab und untersuchte den Boden, da fand er, dass er am Rande eines tiefen Grabens stand. Er ging zurück, band den Gaul an den nächsten Baum und legte sich nieder, um den Tag abzuwarten und dann zu sehn, was das sei. Nach einiger Zeit ging der Mond hinter den schweren schwarzen Wolken hervor und siehe, da lag ein großes schwarzes Schloss vor ihm und an einem Fenster brannte ein helles Licht. Er setzte sich wieder zu Ross und ritt um das Schloss herum. Als er an die Brücke kam, wurde dieselbe niedergelassen und er trabte in den Schlosshof hinein. Alsobald traten viele schwarze Diener auf ihn zu, nahmen sein Ross und führten es in den Stall, ihn aber führten sie in das Schloss und in einen Saal, der war ganz schwarz ausgeschlagen. Da war eine prächtige Tafel gedeckt und Speisen aller Art standen darauf, nur waren die Schüsseln und Teller, Gabeln und Messer alle schwarz. Das kümmerte den Wachtmeister nicht, denn er war müde und hatte argen Hunger und so ließ er es sich ganz vortrefflich schmecken.</p>
<p>Gegen elf Uhr ging die Türe auf und herein trat eine schöne Jungfrau in königlichen Kleidern; sie war aber ganz schwarz und hatte zwei Kammerjungfern zu ihrer Seite, eine zur Rechten die andere zur Linken. Sie grüßte ihn freundlich und sprach: &#8220;Auf dich habe ich schon viele hundert Jahre gewartet, denn du sollst mein Erlöser sein. Willst du drei Nächte hier schlafen und schweigen und dich nicht fürchten, was auch um dich vorgehen mag, dann hast du das Schwerste vollbracht und wir werden glücklich sein auf ewige Zeit.&#8221; &#8220;Ei das will ich schon&#8221; sprach der Wachtmeister. &#8220;Wer so lange gedient und so viel Pulver gerochen hat, wie ich der hat verlernt was Fürchten heißt.&#8221; &#8220;Rühme dich nicht zu früh&#8221; sprach die Prinzessin, lächelte ihm holdselig zu und ging mit ihren Kammerjungfern fort. Der Wachtmeister war aber im neunten Himmel, denn die Prinzessin war gar zu schön und sein Herz in heller Liebe zu ihr entbrannt. Er warf sich ganz glückselig auf das schwarze Bett, welches nebenan in einer prächtigen schwarzen Schlafkammer stand; ans Schlafen aber dachte er nicht.</p>
<p>Als es zwölf Uhr schlug tat es einen Schlag, als sollte die Welt untergehen. Zugleich flog die Türe auf und drei schwarze Männer traten herein und setzten sich an den Tisch. Einer von ihnen zog Karten aus dem Sack mischte sie und sprach: &#8220;Drei sind wir, aber zum Spiel gehören vier.&#8221; &#8220;Der vierte ist der Wachtmeister, der dort in der Kammer auf dem Bette liegt&#8221; sprach der Andre. &#8220;Ich will ihn holen, er muss mit spielen&#8221; sagte der Dritte, ging zu dem Bette und lud den Wachtmeister zum Spiele ein. Der stand auf, setzte sich zu ihnen und spielte mit, schlug kräftig mit der Faust auf den Tisch, wenn er auftrumpfte, gewann und verlor, aber er sprach kein Wort. Die Andern gaben sich zwar alle Mühe, ihn zum Sprechen zu bringen, sie frugen ihn allerhand, schimpften ihn, taten als ob sie ihn schlagen wollten, er aber hielt sich ganz ruhig und schwieg. Da schlug es ein Uhr, die drei Männer rafften in aller Eil ihre Karten zusammen und fort waren sie. Der Wachtmeister legte sich aber zu Bett und schlief bis zum hellen Tage. Die Diener brachten ihm, sobald er aufstand, sein Frühstück; sie hatten jetzt alle Gesichter weiß und rot, wie andere Menschen, die Schüsseln und Tassen weiße Ränder und die Messer und Löffel weiße Stiele; auch die Decke seines Zimmers war weiß geworden und die Laken und Kissen auf seinem Bette. Da öffnete sich die Tür und die Prinzessin trat ein, grüßte ihn noch viel freundlicher als das Erstemal und er bemerkte, dass auch sie einen weißen Schleier trug, der wollte ihr bis auf die Brust herab. &#8220;Nun halte nur noch zwei Nächte aus, mein Erlöser&#8221;, sprach sie, &#8220;und Alles ist gut. Lass dich nichts anfechten, was auch um dich herum vorgehen mag, es geschieht dir nichts zu Leide.&#8221; Alsdann reichte sie ihm holdselig lächelnd ihre Hand und verschwand wieder mit ihren beiden Kammerjungfern.</p>
<p>Dem Wachtmeister hüpfte das Herz im Leibe wie ein Eichhörnchen und er vergaß Himmel und Erde über der wunderschönen Prinzessin. &#8220;Wo mag die nur ihren Aufenthalt haben?&#8221; dachte er und da ihm ohnedies nichts als das Sprechen bei der Nacht verboten war, so ging er einmal im Schlosse herum, von einem Zimmer ins andre. Nein, was das eine Pracht und Herrlichkeit war! Gold und Silber und Samt und Seide überall wohin man blickte, so dass man sich gar nicht satt genug daran sehen konnte. Wenn der Wachtmeister mit dem letzten Zimmer fertig war, fing er wieder mit dem ersten an und tat nichts anderes als sehen und sehen. Mittags stand sein köstliches Mahl auf dem Tisch und Abends wiederum. Gegen zwölf Uhr tat es wiederum einen Schlag, dass die Schindeln auf dem Dach rasselten und die Fenster und Türen fast aus den Angeln flogen. Der Wachtmeister, welcher sich schon zu Bette gelegt hatte, richtete sich auf und schaute auf die Türe hin. Da kam einer der Männer vom vorigen Abend und brachte eine lange Tischplatte, die beiden andern hatten Schlachtbeile . Sie legten die Platte über ein paar Tische und fingen an ihre Messer zu wetzen und die Beile zu schleifen. Dazwischen unterredeten sie sich, wie sie den Wachtmeister schlachten wollten. Da wurde es dem Wachtmeister zwar ein wenig schwül, aber er biss sich die Zunge und hielt aus, er gab auch keinen Laut von sich, als sie kamen ihn zu packen. Ehe sie aber noch an seinem Bette waren, schlug es eins und da liefen sie was gibst du, was hast du, packten ihre Siebensachen zusammen und waren weg, ehe man eine Hand umdreht. Der Wachtmeister atmete frisch auf und schlief auf den ausgestandenen Schrecken wie ein Prinz. Als er wieder aufwachte, da war es gar freundlich und hell um ihn her, das ganze Zimmer war weiß geworden und nur das Schloss an der Tür noch schwarz. Als die Diener ihm das Frühstück brachten, trugen sie weiße Kleider und hatten nur noch schwarze Krägen und Handschuhe. Ebenso die Prinzessin und ihre Kammerjungfern. Wie war die jetzt so schön und wie war sie erst jetzt so freundlich! Sie sprang ordentlich ins Zimmer herein vor lauter Freude und drückte dem Wachtmeister die Hand und sprach: &#8220;Jetzt halte nur noch eine Nacht aus, mein Erlöser, und fürchte dich nicht; dir kann nichts geschehen; dann ist das Schwerste überstanden und wir sind glücklich auf ewig.&#8221; Der Wachtmeister war ganz außer sich vor Glück und schwur ihr hoch und teuer, er wolle sie erlösen und sollte er auch in Stücke zerhackt werden.</p>
<p>Nachdem die Prinzessin fort war, ging der Wachtmeister wiederum durch die Zimmer des Schlosses und betrachtete sie eins nach dem andern. Er wusste die Zeit nicht besser tot zu schlagen, als dass er sie alle abmalte, denn sein Vater war ein Kunstmaler gewesen und hatte ihn in der Malerei gehörig unterrichtet, so dass er Alles malen konnte, was er nur sah. Als es kaum zwölf Uhr in der Nacht geschlagen hatte, da krachte es wieder, dass ihm fast Hören und Sehen verging. Zugleich sprang die Tür auf und einer von den Männern kam herein und trug einen ungeheuren Kessel auf den Schultern, der andre rollte ein Fass Öl herein und der dritte trug eine schwere Last Holz. Sie hingen den Kessel in der Mitte des Zimmers auf, gossen das Öl hinein und machten Feuer darunter an. Während dessen sprachen sie zu einander, heute würden sie Ernst machen und den Wachtmeister lebendig in dem Öl sieden; bis jetzt hätten sie ihn nur schrecken wollen, und sie schürten das Feuer immer ärger, so dass es ihm in seinem Bette heiß wurde und er meinte, das ganze Schloss müsse in Flammen aufgehen. Er dachte aber bei sich: Bangemachen gilt nicht und lag ruhig da und schwieg, wie der Fuchs, wenn er den Geist aufgegeben hat. Als das Öl nun recht kochte, da streiften die drei Kerle die Hemdsärmel in die Höhe, rieben die Hände und riefen: &#8220;Jetzt muss er hinein!&#8221; Also liefen sie auf ihn zu, aber da schlug es ein Uhr und es tat einen Donnerschlag, dass die Fenster und Türen aus den Angeln fuhren. Die drei Kerle, das Feuer und der Ölkessel verschwanden in einem Augenblick, dagegen entzündeten sich tausend Lichter wie von selbst in dem Saal, und war da eine Pracht, dass es nicht zu sagen ist. Draußen erscholl eine fröhliche Musik, die Tür flog auf und eine ganze Reihe von hohen Herren und Damen kam herein, zuletzt die Prinzessin und alle waren schneeschloßenweiß und in Gold und Silber gekleidet. Sie aber flog auf den Wachtmeister zu, küsste ihn und schloss ihn in ihre Arme und rief: &#8220;Sei willkommen, mein herzliebster Erlöser und Gemahl!&#8221; Und als sie das gesagt hatte, steckte sie ihm ihren goldnen Ring an den Finger und hing ihm ihre goldne Kette um den Hals; da neigten sich die hohen Herren und Damen dreimal vor ihm und Alles war Jubel und Freude.</p>
<p>Sprach die Prinzessin: &#8220;Jetzt bleibt uns nur noch eins übrig, wir müssen aus dem Schloss und in meines Vaters Königreich. Wir dürfen aber nicht zusammen herausgehen, auch musst du es in deiner alten Kleidung verlassen. Reite voraus, ich folge dir mit meinem Hofgesinde nach, aber lass dich durch nichts aufhalten und lass Niemand dich mit Händen berühren, es würde uns Beiden großen Kummer bringen.&#8221; &#8220;Hab ich bis jetzt Alles fertig gebracht, dann kann ich es auch ferner&#8221;, sprach der Wachtmeister, schwang sich auf sein Ross und ritt weg. Als er über die Brücke kam, sah er am Wallende ein kleines Haus und unter der Tür saß ein altes Weibchen, welches spann. Es bot ihm die Zeit und sprach: &#8220;Ei ihr seid mir ein feiner Herr, dass ihr also euren Zopf hängen lasset und nicht aufsteckt, wie es einem ordentlichen Soldaten ziemt.&#8221; Damals trugen nämlich die Soldaten noch Zöpfe. Als der Wachtmeister an den seinen griff, da hing der in der Tat herab und er gab sich vergebens alle Mühe, ihn wieder aufzustecken. Indem rollte es an der Brücke, als wenn viele Wagen kämen und das Weibchen sprach: &#8220;So eilt euch doch, da kommt die Prinzessin angefahren, was wird die von euch denken.&#8221; Er konnte aber mit dem Zopfe nicht fertig werden, sprang vom Rosse und bat das Weibchen, es möge ihm den Zopf aufstecken. &#8220;Von Herzen gern&#8221; sprach es, ließ sein Spinnrädchen stehen und schlich zu ihm. Kaum aber hatte es den Zopf berührt, da sank er zu Boden und lag in einem festen Zauberschlaf. Gleich nachher kam die Prinzessin mit ihrem Hofstaat angefahren. Ach wie war sie so untröstlich über ihr trauriges Schicksal, aber was war da zu machen? Sie schrieb auf ein Papier:</p>
<p>&#8220;Wenn du mich willst wiedersehen,<br />
Musst du ins Königreich Tiefental gehen&#8221;</p>
<p>und gab es ihm in die Hand, steckte eine Wunschbörse, welche nie leer wurde in seinen Sack und fuhr weiter, denn hier war ihres Bleibens nicht mehr; weiter konnte sie nichts für ihn tun.</p>
<p>Also lag der Wachtmeister Jahr und Tag in tiefem Schlafe bis die Zeit herum war; da erwachte er, fand das Papier in seiner Hand und erkannte nun wohl, wie er von dem alten Weibchen betrogen worden war. Er zog alsbald seinen Säbel, lief ins Häuschen und griff die böse Hexe bei den Haaren, während er schrie: &#8220;Willst du mir jetzt den Weg nach dem Königreich Tiefental zeigen, oder soll ich dich in Fetzen hauen?&#8221; Da jammerte die Alte und versprach ihm alles Mögliche, wenn er sie nur gehen ließe, heimlich aber sann sie wiederum auf schlimmen Verrat. Nachdem er sie losgelassen hatte, wies sie ihm einen Weg, den solle er gehen, und er würde unfehlbar nach Tiefental gelangen. Der Wachtmeister machte ihr noch ein paar Mal mit der flachen Klinge auf dem Rücken das Maß, dann schwang er sich zu Pferde und fort ging&#8217;s wie der Sturmwind.</p>
<p>Nach drei Tagen kam er in einen Wald; als er hindurch war, sah er Abends von fern ein Licht. Er ritt darauf zu und kam an ein Haus, das sah just wie ein Einsiedlerhäuschen aus. Als er eintrat, saß da eine alte Frau, die bat er um Nachtherberge. &#8220;Ach guter Freund&#8221;, sprach sie, &#8220;wer euch zu mir gewiesen hat, der hat euch nicht wohl gewollt, denn meine Söhne sind Menschenfresser und sie verschonen Niemanden. Euch aber sollen sie nichts zu Leide tun, denn ihr habt schon genug ausgestanden, ich weiß Alles. Versteckt euch nur vor der Hand, damit sie nicht so auf euch losfallen können.&#8221; Das tat der Wachtmeister und es war auch die höchste Zeit. Denn kaum war er in Sicherheit gebracht, da brauste es in der Luft, wie vom größten Sturm; dann fuhr die Tür auf und der älteste von den Söhnen polterte herein.</p>
<p>&#8220;Einen Menschen riech ich,<br />
Einen Menschen genieß ich!&#8221;</p>
<p>schrie er und tobte in der Kammer umher, aber die alte Frau packte ihn bei den Schultern und warf ihn auf eine Bank nieder, dass es krachte. &#8220;Da setz dich hin und rühre dich nicht, du bekommst schon satt&#8221; sprach sie. Indem rauschte es abermals draußen, als wenn der Vogel Greif herangeflogen käme, die Tür fuhr auf und der zweite von den Söhnen stürzte herein, schnüffelte in der Kammer herum und schrie:</p>
<p>&#8220;Einen Menschen riech ich,<br />
Einen Menschen genieß ich!&#8221;</p>
<p>Da packte die alte Frau ihn und setzte ihn unsanft neben den ersten auf die Bank nieder. &#8220;Da bleibt ihr jetzt sitzen, ihr langen Schlingel&#8221;, sprach sie, &#8220;und hört was ich euch sage.&#8221; Anfangs brummten sie wohl noch, aber da hob die Alte ihren Finger und sie wurden mäuschenstill. Dann holte sie den Wachtmeister aus seinem Versteck hervor. Als der Älteste von den Söhnen ihn sah, rief er: &#8220;Mutter, was ist das für ein fremdes Tier?&#8221; &#8220;Das ist ein Wachtmeister, mein Sohn&#8221;, sprach die Frau &#8220;und ihr sollt ihn in das Königreich Tiefental tragen.&#8221; Da brummten sie wieder, sprachen, das wäre gar zu weit und er wäre ihnen zu schwer, aber die Alte gab ihnen gute Worte, erzählte ihnen seine Geschichte und plauderte ihnen so viel vor, dass sie endlich versprachen, ihn mit seinem Pferde nach Tiefental zu tragen; der Jüngste wollte ihn nehmen und der Älteste, welcher auch der stärkste war, das Pferd. Der Wachtmeister dankte ihnen und der Frau hunderttausendmal. Nachdem sie nun alle gegessen und getrunken hatten kam es wie ein tiefer Schlaf über ihn und als er wieder erwachte, lag er neben seinem Pferd im hohen Gras und vor ihm glänzte und leuchtete eine stolze Stadt mit hundert Türmen. Er stieg zu Ross, ritt auf die Stadt zu und fragte die Leute, wie die Stadt heiße? Das sei die Hauptstadt vom Königreich Tiefental, sagten sie. Fröhlichen Mutes trabte er hinein und nahm noch am selben Tage Dienst unter den Soldaten als Rekrut. Als es am folgenden Morgen ans Exerzieren ging, hei da verstand er das viel besser als die Corporale und Feldwebel, so dass der König ihn sogleich zum Hauptmann machte. Die Mannschaft, welche er kommandierte, sah aber schlecht aus, sie hatte Monturen aller Art und dazu noch zerrissene. Das konnte er nicht sehen und ließ sie sofort neu auskleiden und die alten Kleider den Armen geben. Was der König für Augen machte, als bei der Revue der neue Hauptmann heranmarschiert kam! Er kannte seine eignen Soldaten nicht mehr wieder und kurzum, er war so entzückt darüber, dass er den Hauptmann mit an seiner Tafel speisen ließ und drei Tage drauf ihn zum General der ganzen Kavallerie ernannte. Jetzt wurde die Wunschbörse noch ärger angezapft; alle Pferde vom ganzen Regiment wurden verkauft und neue stattliche Tiere dafür angeschafft. Hundert Schneider mussten herbei und Tag und Nacht nähen, bis das ganze Regiment neu ausgekleidet war. Dadurch kam der General so in Gnade bei dem König, dass dieser ihm ein Stück Land gerade neben dem Schloss schenkte und ihm erlaubte, sich daselbst ein Schloss zu bauen.</p>
<p>Nun setzt sich mein General hin und macht selbst den Plan von dem Schloss, und macht ihn genau so, wie das Schloss gewesen war, worin er die Prinzessin erlöst hatte. Dann ließ er, als Alles fertig dastand, ein Dutzend Maler kommen, die mussten das Schloss grade so malen, wie er es ihnen sagte und zeigte, denn er hatte die Abzeichnungen der Zimmer aus dem verwünschten Schloss mitgebracht. Endlich wurden Diener angeschafft und so gekleidet, wie die Diener der Prinzessin am Tage ihrer Erlösung gekleidet gewesen waren. Ach da war viel nicht genug und das Geld flog nur so weg. Eben war sein Schloss fertig, da kam eine Stafette an den König, die meldete, in Zeit von zwei Tagen würde die Prinzessin anlangen und gab einen Brief ab, worin stand, sie sei von einem Wachtmeister erlöst worden, aber ihr Erlöser liege im Zauberschlaf vor dem verwünschten Schloss. Sogleich ließ der König den General kommen und erzählte ihm Alles, befahl ihm auch, an der Spitze des Heeres der Prinzessin entgegen zu ziehen und sie feierlich zu empfangen. Der General sagte bloß: &#8220;Ewer Majestät befehlen&#8221; und ließ sich gar nichts merken.</p>
<p>An dem bestimmten Tage holte er die Prinzessin an der Grenze ab und führte sie unter großem Jubel des Volkes in die Hauptstadt. Sie erkannte ihn nicht; wie hätte sie auch drauf kommen sollen, dass der von Gold und Ordenszeichen strotzende General ihr Erlöser sei, von dem sie nicht anders wusste, als dass er noch am Wall des Schlosses im Zauberschlaf liege. Als sie aber an ihres Vaters Schloss kam und das des Generals daneben neu erbaut sah, da erstaunte sie nicht wenig und ihre erste Frage bei Tische war an ihren Vater, wem doch das prächtige, stolze Schloss gehöre? &#8220;Das gehört unserm General&#8221; sagte der König und konnte ihr nicht genug von ihm erzählen. &#8220;Ei das Schloss muss ich sehen&#8221; sprach sie und nach Tische führte der König sie dahin. Als ihr die Diener entgegen kamen, sprach sie: &#8220;Vater das wundert mich.&#8221; &#8220;Was, mein Kind?&#8221; &#8220;Ei die Bedienten, die hat der General nicht nach seinem Kopf also gekleidet.&#8221; Als sie in das erste Zimmer trat, rief sie: &#8220;Vater das erstaunt mich!&#8221; &#8220;Was, mein Kind?&#8221; &#8220;Ei das Zimmer, das hat der General nicht nach seinem Kopf also gemalt.&#8221; Als sie in das zweite Zimmer kam, sprach sie gar nichts mehr, in dem dritten wurde sie totenblaß und im vierten wäre sie in Ohnmacht gefallen, wenn der General nicht in seiner Wachtmeisters-Uniform herbeigesprungen wäre und sie gehalten hätte. &#8220;Was ist das, mein Kind?&#8221; rief der König erstaunt. Sie aber sprach: &#8220;Das ist mein Erlöser und euer General&#8221; und da musste er ihren Ring und ihre Kette zeigen. Jetzt war des Jubels kein Ende und eine solche Hochzeit wie die war, ist im ganzen Odenwald noch nie gehalten worden.</p>
<p>(Nach: Wolf: Deutsche Hausmärchen 1851)</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.xn--mrchenbcher-l8a23a.org/die-prinzessin-von-tiefental/feed</wfw:commentRss>
		</item>
		<item>
		<title>Der graue Wackenstein</title>
		<link>http://www.xn--mrchenbcher-l8a23a.org/der-graue-wackenstein</link>
		<comments>http://www.xn--mrchenbcher-l8a23a.org/der-graue-wackenstein#comments</comments>
		<pubDate>Sat, 04 Apr 2009 22:00:57 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
		
		<category><![CDATA[Der graue Wackenstein]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.xn--mrchenbcher-l8a23a.org/?p=179</guid>
		<description><![CDATA[Ein armer Bauersmann hatte nur einen einzigen Sohn, den erzog er christlich und ehrlich, wie es sich gebührt. Als der Knabe aber größer und größer wurde, da wurde ihm seines Vaters Haus zu enge und er wollte in die weite Welt. Sein Vater war ganz trostlos darüber und gab ihm die himmelsbesten Worte, er solle [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Ein armer Bauersmann hatte nur einen einzigen Sohn, den erzog er christlich und ehrlich, wie es sich gebührt. Als der Knabe aber größer und größer wurde, da wurde ihm seines Vaters Haus zu enge und er wollte in die weite Welt. Sein Vater war ganz trostlos darüber und gab ihm die himmelsbesten Worte, er solle im Lande bleiben und sich redlich nähren, aber das half alles nichts, er blieb dabei, er wolle sich die Welt beschauen. Da erzürnte sein Vater zuletzt und sprach: &#8216;Ei so wollte ich, dass du drei Tage und drei Nächte in einem fort laufen müßtest und könntest nicht aufhören.&#8217;<br />
Wie der Vater gesagt hatte, so geschah es. Der Bursche mußte laufen und immerfort laufen drei Tage und drei Nächte hindurch. Die Sonne stach am Tage heiß und Nachts taute es kühl und naß, der Hunger und der Durst plagten ihn, aber Alles half nichts, denn Elternfluch fährt nicht in den Wind: er mußte laufen bis zum Ende des dritten Tages. Zuletzt sank er müde und matt nieder und war zum Sterben schwach; wo er Essen hernehmen sollte, das wußte er nicht, denn er lag in einem dichten Walde. Da kam plötzlich ein kleines graues Männchen daher gegangen, das blieb bei ihm stehen und frug ihn, was ihm denn fehle:<br />
&#8216;Ach,&#8217; sprach er, &#8216;ich habe so argen Hunger und Durst, dass ich es nicht länger aushalten kann.&#8217; &#8216;Wenn das Alles ist, dann ist dir leicht geholfen,&#8217; sprach das Männchen; &#8216;geh nur mit mir und du sollst vollauf haben, so viel du willst.&#8217; Da raffte er seine letzten Kräfte zusammen und hinkte hinter dem Männchen drein. Sie waren kaum funfzig Schritt weit gegangen, da kamen sie an ein ungeheuer großes, kohlrabenschwarzes Schloss; da gingen sie hinein, die breiten Treppen hinauf und durch eine ungeheure Tür in einen hohen Saal. In dem ganzen Schloss war kein Mensch zu hören noch zu sehen, alles war totenstill, in dem Saal aber stand trotzdem ein köstliches Mahl auf einem hohen, hohen Tische und um denselben drei hohe, hohe Stühle. &#8216;Nun laß uns nach Herzenslust essen und trinken,&#8217; sprach das Männchen, &#8216;aber rasch, denn allzulange dürfen wir uns nicht aufhalten.&#8217; Da kletterten sie so schnell sie konnten an den Stuhlbeinen in die Höhe, marschirten auf der Tafel zwischen den Tellern und Schüsseln umher und aßen sich rundsatt. Dann rutschten sie an den Stuhlbeinen wieder herab, liefen die Treppen hinunter und zur Tür hinaus. Es war aber auch die höchste Zeit, denn die Tür fuhr so hart hinter ihnen zu, dass sie den Schuhabsatz des Jünglings abschlug. Der war jetzt wieder munter und guter Dinge und hatte alles Ungemach der drei Tage rein vergessen. Er sprang mit dem Männchen in den Wald hinein, immer weiter bis an ein recht dichtes Plätzchen. Da gab das Männchen dem Jüngling ein Stöckchen und sprach: &#8216;In dem Schlosse wohnen drei Riesen, das sind Menschenfresser. Wenn die nach Hause kommen und sehen, dass Jemand aus ihrer Schüssel gegessen und aus ihren Bechern getrunken hat, dann kommen sie in den Wald und suchen. Wenn nun einer kommt und dich findet, dann muß er sich bücken, um dich aufzuheben und zu fressen. Sei aber dann bei der Hand und schlage ihn mit dem Stöckchen auf den Kopf, sogleich fällt er hin und regt kein Glied mehr.&#8217; Da wäre dem Jüngling fast das Herz in die Schuhe gefallen, er bat das Männchen: &#8216;Ach bleibe doch bei mir, dann fürchte ich mich weniger.&#8217; Aber das Männchen sprach: &#8216;Du brauchst dich nicht zu fürchten, sie tun dir nichts, wenn du es machst, wie ich dir gesagt habe. Ich darf nicht dabei sein, sonst wäre Alles umsonst.&#8217; Da schlupfte das Männchen in eine Höhle, welche nahebei war und wartete dort ab, was geschehe. Bald drauf rauschte es im Wald und knackte und krachte, das war einer der Riesen, wohin der ging, mußte er sich zuvor Luft machen und strich so mit seinen Händen die Aeste zur Seite, dass sie und mit ihnen ganze Baumwipfel brachen. Als er dem Jüngling nahe kam und ihn sah, schrie er: &#8216;Ach hab ich dich nun, hast du aus meiner Schüssel gefressen, so will ich jetzt dich selber fressen.&#8217; Er bückte sich um ihn zu fassen, doch da schlug der Jüngling ihn mit dem Stöckchen vor die Stirn und plumps, da lag er und streckte alle viere von sich. In einem Satze war das Männchen da und rief: &#8216;Schnell, dass wir ihn verstecken, bevor die andern kommen!&#8217; Sie zogen ihn bei den Haaren tiefer ins Gebüsch und bedeckten den ganzen Kerl mit dürrem Laub.<br />
Eine Weile drauf tobte und tappte es wiederum durch den Wald als ob der Sturm hindurch fahre. Das war der zweite Riese, der kam mit großen Schritten heran, denn er war nicht wenig böse. Als er den Jüngling fand, schrie er: &#8216;Ach du hast aus meiner Schüssel gefressen, so will ich jetzt dich selber fressen.&#8217; Damit bückte er sich, aber der Jüngling traf ihn so wohl an die Stirn, dass er hinstürzte und keinen Laut mehr von sich gab. Husch war das Männchen wieder bei der Hand und rief: &#8216;Schnell weg mit ihm, ehe der dritte kommt!&#8217; Da zogen sie ihn bei den Haaren zu seinem Kameraden und warfen dürres Laub drauf, so dass man keine Fingerspitze von den zwei Kerlen sah.<br />
Das graue Männchen hatte Recht, wenn es eilte, dass der Riese auf die Seite kam. Kaum lag er unter dem Laube, als es durch den Wald schrie und lärmte. Das war der dritte Riese und der hatte einen Tritt, dass die Erde davon erbebte. Als er den Jüngling fand, rief er wüthend: &#8216;Du hast aus meiner Schüssel gefressen, so will ich dich jetzt selber fressen.&#8217; Als er sich aber bückte, den Jüngling zu packen, traf dieser ihn so gut mit seinem Stöckchen an die Stirn, dass er hinfiel und keinen Pieps mehr tat.<br />
Nun sprang das Männchen gar fröhlich aus seiner Höhle heraus und sprach: &#8216;Der mag liegen bleiben, denn das ist der letzte; jetzt laß uns wieder in das Schloss gehen, da sind wir Herren und Meister. Du mußt mir jedoch vorher versprechen, dass du mir in Allem getreulich folgen willst, was ich dir sage oder auftrage. Du hast gesehen, dass es nur zu deinem Besten ausschlägt.&#8217; Der Jüngling versprach dieß mit Freuden und folgte dem Männchen zu dem kohlrabenschwarzen RiesenSchloss. Sie traten hinein und kamen durch viele Zimmer endlich in eine Kammer, da hing ein großes, blankes, scharfes Schwert an der Wand. Das Männchen sprach: &#8216;Nimm dieß Schwert herunter&#8217; und als der Jüngling es gethan, sprach es weiter: &#8216;Nun haue mir den Kopf ab.&#8217; &#8216;Ach wie könnte ich das! Du hast mir ja nichts zu Leide getan,&#8217; rief der Jüngling, doch das Männchen erzürnte und rief: &#8216;Willst du mir den Kopf abhauen oder soll ich ihn dir abhauen?&#8217; Da konnte der Jüngling wohl nicht anders, er nahm das Schwert in beide Hände und schlug dem Männchen den Hals durch und durch. Als aber der alte Kopf des Männchens herunter fiel, fielen die grauen Kleider mit ab, wie einem Schmetterling die garstigen Puppenkleider und da stand eine Jungfrau vor dem Jüngling, die war so wunderschön, dass er vor lauter Staunen und Entzücken kein Wort sprechen konnte. Er glaubte nicht anders, als es sei ein Traum, aber da reichte sie ihm die Hand und sprach: &#8216;Siehst du nun, dass du Recht daran tatest, mir zu folgen?&#8217; Dann erzählte sie ihm ihre ganze Geschichte, die war sehr traurig. Vor vielen Jahren waren die drei Riesen in die Gegend gekommen, wo ihr Vater als Graf auf dem Schlosse wohnte. Sie hatten das Schloss überfallen und alles gefressen, was sie da fanden, die ganze Familie der schönen Jungfrau, den ganzen Hofstaat und alles Gesinde, nur sie selbst hatten die Ungeheuer verschont, weil sie so schön war. Sie wollten ihren Willen mit ihr haben, als sie aber mit Gottes Hülfe den Riesen stets entfloh, da verwünschten sie die Jungfrau in ein graues Männchen; seitdem wurde das Schloss kohlrabenschwarz. Alsdann fuhr sie fort: &#8216;Du hast mich erst halb erlöst, da das Schloss noch nicht erlöst ist, darum sollst du jetzt dein Werk ganz vollenden. Im Walde steht die große Rieseneiche, diese mußt du aufsuchen. Sie hat sieben Löcher über einander in ihrem Stamm und in dem siebenten sitzt eine Taube auf zwei Eiern. Die Eier mußt du nehmen und mir an dem Kopf entzwei werfen.&#8217;<br />
Der Jüngling tat wie sie ihm geheißen. Er fand die Eiche und an der Eiche die sieben Löcher und in dem obersten Loch die Taube und unter der Taube die<br />
Eier. Diese brachte er mit und warf sie der Jungfrau an den Kopf. Im selben Augenblick krachte es in dem ganzen Schloss, als sollte die Welt versinken und es war wieder weiß, wie Schnee, als ob es eben erst gebaut worden wäre.<br />
Der Jüngling feierte nun rasch seine Hochzeit mit der schönen Gräfin, er nahm viele Diener an und ein neues schönes Leben kehrte in dem Schlosse ein. Nach einem Jahre sollte der Beiden Glück vollständig werden, denn die Gräfin fühlte, dass sie bald eines Kindes genesen werde. Als aber der Augenblick da war und sie gebären sollte, da brachte sie statt eines Kindes einen grauen Wackenstein zur Welt. Ihr Mann war außer sich vor Jammer als er den Stein sah, doch sie tröstete ihn und sprach: &#8216;Dieß ist noch eine Folge der Verwünschung, welche die Riesen über mich ausgesprochen haben, aber sei zufrieden, denn du kannst uns leichtlich helfen. Trage den Stein in den Keller und zerhaue ihn dort mit dem Schwerte, womit du mir den Kopf abgeschlagen hast, als ich noch ein graues Männchen war.&#8217; Er tat nach ihrem Willen, und als das Schwert durch den Stein fuhr, da sprang das helle rote Blut heraus, worüber er sich so entsetzte, dass er den Stein liegen ließ und wieder zu seiner Frau eilte, um ihr das zu sagen. Sie sprach: &#8216;Du hast ganz recht getan, nun gehe nach sieben Tagen wiederum in den Keller und schau einmal nach.&#8217;<br />
Das Herz klopfte ihm nicht wenig, als er nach sieben Tagen die Kellertür öffnete, doch was war das für eine Freude, als er an der Stelle des blutigen Steines ein wunderschönes kleines Mägdlein liegen sah, das blickte ihn mit klugen Augen an und streckte ihm die Ärmchen entgegen. Er hob es auf und trug es voller Freude zu seiner Frau. Sobald diese wieder gesund war, reiste er aber nach Hause und holte seinen Vater und das ganze Dorf ab, welches sehr arm war. Er schenkte jedem Bauern ein groß Stück Wald, was er sich ausroden und anbauen konnte und lebte als Graf mit seiner lieben Frau noch lange und glücklich.</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.xn--mrchenbcher-l8a23a.org/der-graue-wackenstein/feed</wfw:commentRss>
		</item>
		<item>
		<title>Hans Christian Andersen</title>
		<link>http://www.xn--mrchenbcher-l8a23a.org/hans-christian-andersen</link>
		<comments>http://www.xn--mrchenbcher-l8a23a.org/hans-christian-andersen#comments</comments>
		<pubDate>Thu, 02 Apr 2009 06:26:41 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
		
		<category><![CDATA[H.C.Andersen]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.xn--mrchenbcher-l8a23a.org/?p=200</guid>
		<description><![CDATA[
Hans Christian Andersen wurde am 2. April 1805 in Odense (Dänemark) geboren. Er war der Sohn eines armen Schuhmachers. Er konnte kaum die Schule besuchen, bis ihm der Dänenkönig Friedrich VI, dem seine Begabung aufgefallen war, 1822 den Besuch der Lateinschule in Slagelsen ermöglichte. Bis 1828 wurde ihm auch das Universitätsstudium bezahlt. Andersen unternahm Reisen [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: center;"><img class="aligncenter" src="http://xn--mrchenbcher-l8a23a.org/hca.jpg" alt="Hans Christian Andersen" /></p>
<p>Hans Christian Andersen wurde am 2. April 1805 in Odense (Dänemark) geboren. Er war der Sohn eines armen Schuhmachers. Er konnte kaum die Schule besuchen, bis ihm der Dänenkönig Friedrich VI, dem seine Begabung aufgefallen war, 1822 den Besuch der Lateinschule in Slagelsen ermöglichte. Bis 1828 wurde ihm auch das Universitätsstudium bezahlt. Andersen unternahm Reisen durch Deutschland, Frankreich und Italien, die ihn zu lebhaften impressionistischen Studien anregten. Der Weltruhm Andersens ist auf den insgesamt 168 von ihm geschriebenen Märchen begründet. Andersen starb am 4.8.1875 in Kopenhagen.</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.xn--mrchenbcher-l8a23a.org/hans-christian-andersen/feed</wfw:commentRss>
		</item>
		<item>
		<title>Das Feuerzeug</title>
		<link>http://www.xn--mrchenbcher-l8a23a.org/das-feuerzeug</link>
		<comments>http://www.xn--mrchenbcher-l8a23a.org/das-feuerzeug#comments</comments>
		<pubDate>Thu, 02 Apr 2009 06:26:07 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
		
		<category><![CDATA[Das Feuerzeug]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.xn--mrchenbcher-l8a23a.org/?p=143</guid>
		<description><![CDATA[Es kam ein Soldat auf der Landstraße dahermarschiert: eins, zwei; eins, zwei! Er hatte seinen Tornister auf dem Rücken und einen Säbel an der Seite, denn er war im Krieg gewesen und wollte nun nach Hause.
Da begegnete er einer alten Hexe; sie war widerlich, ihre Unterlippe hing ihr gerade bis auf die Brust hinunter. Sie [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Es kam ein Soldat auf der Landstraße dahermarschiert: eins, zwei; eins, zwei! Er hatte seinen Tornister auf dem Rücken und einen Säbel an der Seite, denn er war im Krieg gewesen und wollte nun nach Hause.</p>
<p>Da begegnete er einer alten Hexe; sie war widerlich, ihre Unterlippe hing ihr gerade bis auf die Brust hinunter. Sie sagte: &quot;Guten Abend, Soldat! Was hast du doch für einen schönen Säbel und großen Tornister! Du bist ein wahrer Soldat! Nun sollst du so viel Geld haben, wie du willst.&quot;</p>
<p>&quot;Ich danke dir, du alte Hexe!&quot; sagte der Soldat.</p>
<p>&quot;Siehst du den großen Baum da?&quot; sagte die Hexe und zeigte auf eine Eiche, die ihnen zur Seite stand. &quot;Er ist inwendig ganz hohl; da musst du den Wipfel erklettern, dann findest du ein Loch, durch das du dich hinabgleiten lassen und tief in den Erdboden gelangen kannst. Ich werde dir einen Strick um den Leib binden, damit ich dich wieder heraufziehen kann, wenn du mich rufst!&quot;</p>
<p>&quot;Was soll ich denn da unten?&quot; fragte der Soldat.</p>
<p>&quot;Geld holen!&quot; sagte die Hexe. &quot;Wisse, wenn du auf den Boden hinunterkommst, so bist du in einer großen Halle; da ist es ganz hell, denn da brennen über hundert Lampen. Dann erblickst du drei Türen. Du kannst sie öffnen, der Schlüssel steckt daran. Gehst du in die erste Kammer hinein, so siehst du mitten auf dem Fußboden eine große Kiste. Auf ihr sitzt ein Hund; er hat ein Paar Augen, so groß wie Teetassen, doch darum brauchst du dich nicht zu kümmern! Ich gebe dir meine blaue Schürze, die kannst du auf dem Fußboden ausbreiten, geh dann rasch hin und nimm den Hund, setze ihn auf meine Schürze, öffne die Kiste und nimm soviel Geld, wie du willst; es ist lauter Kupfer. Willst du lieber Silber haben, so musst du in das nächste Zimmer hineingehen; da sitzt ein Hund, der hat ein Paar Augen, so groß wie Mühlräder; doch das soll dich nicht kümmern. Setze ihn auf meine Schürze und nimm von dem Gelde! Willst du hingegen Gold haben, so kannst du es auch bekommen, und zwar soviel, wie du tragen willst, wenn du in die dritte Kammer hineingehst. Aber der Hund, der auf dem Goldkasten sitzt, hat zwei Augen, jedes so groß wie ein Turm. Glaube mir, das ist ein ordentlicher Hund; aber daran sollst du dich nicht kehren. Setze ihn auf meine Schürze, so tut er dir nichts, und nimm aus der Kiste soviel Gold, wie du willst!&quot;</p>
<p>&quot;Das ist nicht übel!&quot; sagte der Soldat. &quot;Aber was soll ich dir geben, du alte Hexe, denn etwas willst du doch auch wohl haben?&quot;</p>
<p>&quot;Nein&quot;, sagte die Hexe, &quot;nicht einen einzigen Groschen will ich haben! Für mich sollst du nur ein altes Feuerzeug nehmen, das meine Großmutter vergaß, als sie das letzte Mal da unten war!&quot;</p>
<p>&quot;Nun, so binde mir den Strick um den Leib!&quot; sagte der Soldat.</p>
<p>&quot;Hier ist er&quot;, sagte die Hexe, &quot;und hier ist meine blaue Schürze.&quot;</p>
<p>Dann kletterte der Soldat auf den Baum hinauf, ließ sich in das Loch hinuntergleiten und stand nun, wie die Hexe gesagt hatte, unten in der großen Halle, wo die vielen Lampen brannten.</p>
<p>Nun öffnete er die erste Tür. Uh, da saß der Hund mit den Augen, so groß wie Teetassen, und glotzte ihn an.</p>
<p>&quot;Du bist ein netter Kerl!&quot; sagte der Soldat, setzte ihn auf die Schürze der Hexe und nahm soviel Kupfergeld, als seine Tasche fassen konnte, schloss dann die Kiste, setzte den Hund wieder darauf und ging in das andere Zimmer hinein. Wahrhaftig, da saß der Hund mit den Augen, so groß wie Mühlräder.</p>
<p>&quot;Du solltest mich lieber nicht so ansehen&quot;, sagte der Soldat, &quot;du könntest Augenschmerzen bekommen!&quot; Und dann setzte er den Hund auf die Schürze der Hexe. Aber als er das viele Silbergeld in der Kiste erblickte, warf er all das Kupfergeld, was er hatte, fort und füllte die Taschen und den Tornister nur mit Silber. Nun ging er in die dritte Kammer. Das war hässlich! Der Hund darin hatte wirklich zwei Augen, so groß wie ein Turm, und die drehten sich im Kopfe, gerade wie die Flügel von Windmühlen.</p>
<p>&quot;Guten Abend!&quot; sagte der Soldat und berührte die Mütze, denn einen solchen Hund hatte er früher nie gesehen; aber als er ihn etwas genauer betrachtet hatte, dachte er: &#8216;Nun ist es genug!&#8217; hob ihn auf den Fußboden herunter und machte die Kiste auf. Was war da für eine Menge Gold! Er konnte dafür die ganze Stadt und die Zuckerferkel der Kuchenfrauen, alle Zinnsoldaten, Peitschen und Schaukelpferde in der ganzen Welt kaufen! Ja, das war einmal Gold! Nun warf der Soldat alles Silbergeld, womit er seine Taschen und seinen Tornister gefüllt hatte, fort und nahm dafür Gold; ja, alle Taschen, der Tornister, die Mütze und die Stiefel wurden gefüllt, so dass er kaum gehen konnte; nun hatte er Geld! Den Hund setzte er auf die Kiste, schlug die Türe zu und rief dann durch den Baum hinauf:</p>
<p>&quot;Zieh mich jetzt in die Höhe, du alte Hexe!&quot;</p>
<p>&quot;Hast du auch das Feuerzeug?&quot; fragte die Hexe.</p>
<p>&quot;Wahrhaftig&quot;, sagte der Soldat, &quot;das habe ich vergessen.&quot; Und er ging und holte es. Die Hexe zog ihn hinauf, und da stand er wieder auf der Landstraße, die Taschen, Stiefel, Tornister und Mütze voll Gold.</p>
<p>&quot;Was willst du mit dem Feuerzeug?&quot; fragte der Soldat.</p>
<p>&quot;Das geht dich nichts an!&quot; sagte die alte Hexe. &quot;Nun hast du ja Geld bekommen! Gib mir nur das Feuerzeug!&quot;</p>
<p>&quot;Ach was!&quot; sagte der Soldat. &quot;Willst du mir gleich sagen, was du damit willst, oder ich ziehe ganz einfach meinen Säbel aus der Scheide und schlage dir ohne zu zögern den Kopf ab!&quot;</p>
<p>&quot;Nein!&quot; sagte die Hexe.</p>
<p>Da schlug der Soldat ihr den Kopf ab. Da lag sie. Aber er band all sein Geld in ihre Schürze, nahm es wie ein Bündel auf seinen Rücken, steckte das Feuerzeug ein und ging gerade nach der Stadt.</p>
<p>Das war eine prächtige Stadt, und in den prachtvollsten Wirtshäusern kehrte er ein, verlangte die allerbesten Zimmer und seine Lieblingsspeisen, denn nun war er ja reich, da er soviel Geld hatte.</p>
<p>Dem Diener, der seine Stiefel putzen sollte, kam es freilich vor, als seien es recht jämmerliche, alte Stiefel, die ein so reicher Herr besaß, aber er hatte sich noch keine neuen gekauft; am nächsten Tage bekam er anständige Stiefel und schöne Kleider. Nun war aus dem Soldaten ein vornehmer Herr geworden, und man erzählte ihm von all den Herrlichkeiten, die in der Stadt waren, und von dem König und was für eine niedliche Prinzessin seine Tochter sei.</p>
<p>&quot;Wo kann man sie zu sehen bekommen?&quot; fragte der Soldat.</p>
<p>&quot;Sie ist gar nicht zu Gesicht zu bekommen!&quot; antwortete man. &quot;Sie wohnt in einem großen Schlosse, von vielen Mauern und Türmen umgeben. Niemand außer dem König darf bei ihr ein und aus gehen, denn es ist prophezeit, dass sie an einen ganz gemeinen Soldaten verheiratet wird, und das kann der König nicht zugeben.&quot;</p>
<p>&#8216;Ich möchte sie wohl sehen!&#8217; dachte der Soldat, aber dazu konnte er ja durchaus keine Erlaubnis erhalten.</p>
<p>Nun lebte er recht lustig, besuchte das Theater, fuhr in des Königs Garten und gab den Armen viel Geld, und das war hübsch von ihm; er wusste noch von früheren Zeiten her, wie schlimm es ist, nicht einen Groschen zu besitzen! Er war immer noch reich, hatte schöne Kleider und bekam viele Freunde, die alle sagten, er sei ein vortrefflicher Mensch, ein wahrer Edelmann, und das hatte der Soldat gern! Aber da er jeden Tag Geld ausgab und nie etwas einnahm, so blieben ihm zuletzt nicht mehr als zwei Groschen übrig. Er musste die schönen Zimmer verlassen und oben in einer ganz kleinen Kammer wohnen, dicht unter dem Dache, seine Stiefel selbst bürsten und sie mit einer Stopfnadel zusammennähen, und keiner seiner Freunde kam zu ihm, denn es waren viele Treppen hinaufzusteigen.</p>
<p>Es war ein ganz dunkler Abend, er konnte sich nicht einmal ein Licht kaufen, aber da fiel es ihm ein, dass ein kleines Stückchen in dem Feuerzeuge liege, das er aus dem hohlen Baume, in den die Hexe ihm hinuntergeholfen, genommen hatte. Er holte das Feuerzeug und das Lichtstückchen vor; aber gerade als er Feuer schlug, sprang die Tür auf, und der Hund, der Augen so groß wie ein paar Teetassen hatte und den er unten unter dem Baume gesehen hatte, stand vor ihm und fragte: &quot;Was befiehlt mein Herr?&quot;</p>
<p>&quot;Was ist das?&quot; fragte der Soldat. &quot;Das ist ja ein lustiges Feuerzeug, wenn ich so bekommen kann, was ich haben will! Schaffe mit etwas Geld&quot;, sagte er zum Hunde, und schnell war er fort und wieder da, und hielt einen großen Beutel voll Geld in seinem Maule.</p>
<p>Nun wusste der Soldat, was für ein prächtiges Feuerzeug das war! Schlug er einmal, so kam der Hund, der auf der Kiste mit Kupfergeld saß, schlug er zweimal, so kam der, der das Silbergeld bewachte, und schlug er dreimal, so kam der, der das Gold hatte. Nun zog der Soldat wieder in die schönen Zimmer, erschien wieder in schönen Kleidern, und da erkannten ihn sogleich alle seine Freunde und hielten sehr viel von ihm.</p>
<p>Da dachte er einmal: &#8216;Es ist doch etwas recht Sonderbares, dass man die Prinzessin nicht zu sehen bekommen kann. Sie soll sehr schön sein; aber was kann das helfen, wenn sie immer in dem großen Schlosse sitzen soll! Kann ich sie denn gar nicht zu sehen bekommen? Wo ist mein Feuerzeug? Er schlug Feuer, und da kam der Hund mit den Augen, so groß wie Teetassen.</p>
<p>&quot;Es ist freilich mitten in der Nacht&quot;, sagte der Soldat, &quot;aber ich möchte herzlich gern die Prinzessin nur einen Augenblick sehen!&quot;</p>
<p>Der Hund war gleich aus der Tür, und ehe der Soldat daran dachte, sah er ihn schon mit der Prinzessin wieder. Sie saß und schlief auf dem Rücken des Hundes und war so lieblich, dass jedermann sehen konnte, dass es eine wirkliche Prinzessin war; der Soldat konnte es durchaus nicht unterlassen, sie zu küssen, denn er war ganz und gar Soldat.</p>
<p>Darauf lief der Hund mit der Prinzessin zurück. Doch als es Morgen wurde und der König und die Königin kamen, sagte die Prinzessin, sie habe in der vorigen Nacht einen ganz sonderbaren Traum von einem Hunde und einem Soldaten gehabt. Sie sei auf dem Hunde geritten, und der Soldat habe sie geküsst.</p>
<p>&quot;Das wäre wahrlich eine schöne Geschichte!&quot; sagte die Königin.</p>
<p>Nun sollte in der nächsten Nacht eine der alten Hofdamen am Bette der Prinzessin wachen, um zu sehen, ob es ein Traum sei oder was sonst.</p>
<p>Der Soldat hatte eine außerordentliche Sehnsucht, die Prinzessin wiederzusehen, und so kam denn der Hund in der Nacht, nahm sie und lief, was er konnte; aber die alte Hofdame lief ebenso schnell hinterher. Als sie nun sah, dass der Hund mit der Prinzessin in einem großen Hause verschwand, dachte sie: &#8216;Nun weiß ich, wo er ist&#8217;, und machte mit einem Stück Kreide ein großes Kreuz an die Tür. Dann ging sie nach Hause und legte sich nieder, und der Hund kam auch mit der Prinzessin wieder. Aber als er sah, dass ein Kreuz an der Tür, wo der Soldat wohnte, gemacht war, nahm er auch ein Stück Kreide und machte Kreuze an alle Türen in der ganzen Stadt. Das war klug getan, denn nun konnte ja die Hofdame die richtige Tür nicht finden, da Kreuze an allen waren.</p>
<p>Frühmorgens kamen der König und die Königin, die alte Hofdame und alle Offiziere, um zu sehen, wo die Prinzessin gewesen war.</p>
<p>&quot;Da ist es!&quot; sagte der König, als er die erste Tür mit einem Kreuze erblickte.</p>
<p>&quot;Nein, dort ist es, lieber Mann!&quot; sagte die Königin, als sie die zweite Tür mit einem Kreuze darauf gewahr wurde.</p>
<p>&quot;Aber da ist eins und dort ist eins!&quot; sagten alle; wohin sie blickten, waren Kreuze an den Türen. Da begriffen sie denn wohl, dass ihnen das Suchen nichts helfen würde.</p>
<p>Aber die Königin war eine äußerst kluge Frau, die mehr konnte als in einer Kutsche fahren. Sie nahm ihre große, goldene Schere, schnitt ein großes Stück Seidenzeug in Stücke und nähte einen kleinen, niedlichen Beutel; den füllte sie mit feiner Buchweizengrütze, band ihn der Prinzessin auf den Rücken, und als das getan war, schnitt sie ein kleines Loch in den Beutel, so dass die Grütze den ganzen Weg bestreuen konnte, den die Prinzessin nahm.</p>
<p>In der Nacht kam nun der Hund wieder, nahm die Prinzessin auf den Rücken und lief mit ihr zu dem Soldaten hin, der sie lieb hatte und gern ein Prinz hätte sein mögen, um sie zur Frau bekommen zu können.</p>
<p>Der Hund merkte nicht, wie die Grütze gerade vom Schlosse bis zum Fenster des Soldaten, wo er mit der Prinzessin die Mauer hinauflief, sich ausstreute. Am Morgen sahen der König und die Königin nun wohl, wo ihre Tochter gewesen war, und da nahmen sie den Soldaten und setzten ihn ins Gefängnis.</p>
<p>Da saß er. Hu, wie dunkel und hässlich war es da! Und dazu sagte man ihm: &quot;Morgen wirst du gehängt werden.&quot; Das zu hören, war eben nicht ergötzlich, und sein Feuerzeug hatte er zu Hause im Gasthofe gelassen. Am Morgen konnte er durch das Eisengitter vor dem kleinen Fenster sehen, wie sich das Volk beeilte, aus der Stadt zu kommen, um ihn hängen zu sehen. Er hörte die Trommeln und sah die Soldaten marschieren. Alle Menschen liefen hinaus; unter ihnen war auch ein Schuhmacherjunge mit Schurzfell und Pantoffeln; er lief so im Galopp, dass einer seiner Pantoffeln gerade gegen die Mauer abflog, hinter der der Soldat saß und durch das Eisengitter hinaussah.</p>
<p>&quot;Ei, du Schuhmacherjunge! Du brauchst nicht solche Eile zu haben&quot;, sagte der Soldat zu ihm; &quot;es wird nichts daraus, bevor ich komme! Willst du aber hinlaufen, wo ich gewohnt habe, und mir mein Feuerzeug holen, so sollst du vier Groschen haben! Aber du musst schnell machen!&quot; Der Schuhmacherjunge wollte gern die vier Groschen haben und lief fort nach dem Feuerzeuge, brachte es dem Soldaten und - ja, nun werden wir hören!</p>
<p>Außerhalb der Stadt war ein großer Galgen gemauert, ringsherum standen die Soldaten und viele tausend Menschen. Der König und die Königin saßen oben auf einem prächtigen Thron, den Richtern und dem ganzen Rat gegenüber.</p>
<p>Der Soldat stand schon oben auf der Leiter; aber als sie ihm den Strick um den Hals legen wollten, sagte er, dass man ja immer einem armen Sünder, bevor er seine Strafe erdulde, die Erfüllung eines unschuldigen Wunsches gewähre. Er möchte eine Pfeife Tabak rauchen, es sei ja die letzte Pfeife, die er in dieser Welt bekomme.</p>
<p>Das wollte der König ihm denn auch nicht abschlagen, und so nahm der Soldat sein Feuerzeug und schlug Feuer, ein-, zwei-, dreimal! Da standen alle drei Hunde, der mit den Augen, so groß wie Teetassen, der mit den Augen wie Mühlräder und der, dessen Augen so groß waren wie ein Turm.</p>
<p>&quot;Helft mir, dass ich nicht gehängt werde&quot;, sagte der Soldat, und da fielen die Hunde über die Richter und den ganzen Rat her, nahmen den einen bei den Beinen und den andern bei der Nase und warfen sie viele Ellen hoch in die Luft, dass sie beim Niederfallen sich in Stücke zerschlugen.</p>
<p>&quot;Ich will nicht&quot;, sagte der König, aber der größte Hund nahm sowohl ihn wie die Königin und warf sie den andern nach; da erschraken die Soldaten, und alles Volk rief: &quot;Guter Soldat, du sollst unser König sein und die schöne Prinzessin haben!&quot;</p>
<p>Dann setzten sie den Soldaten in des Königs Kutsche, und alle drei Hunde tanzten vorauf und riefen Hurra, und die Knaben pfiffen auf den Fingern, und die Soldaten präsentierten das Gewehr. Die Prinzessin kam aus dem Schlosse und wurde Königin, und das gefiel ihr wohl! Die Hochzeit währte acht Tage lang, und die Hunde saßen mit bei Tische und machten große Augen.</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.xn--mrchenbcher-l8a23a.org/das-feuerzeug/feed</wfw:commentRss>
		</item>
		<item>
		<title>Der fliegende Koffer</title>
		<link>http://www.xn--mrchenbcher-l8a23a.org/der-fliegende-koffer</link>
		<comments>http://www.xn--mrchenbcher-l8a23a.org/der-fliegende-koffer#comments</comments>
		<pubDate>Thu, 02 Apr 2009 06:25:19 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
		
		<category><![CDATA[Der fliegende Koffer]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.xn--mrchenbcher-l8a23a.org/?p=141</guid>
		<description><![CDATA[Es war einmal ein Kaufmann, der war so reich, dass er die ganze Straße und beinahe auch noch eine kleine Gasse mit Silbergeld pflastern konnte. Aber das tat er nicht, er wußte sein Geld anders anzulegen. Gab er einen Schilling aus, bekam er einen Taler wieder; so ein Kaufmann war er - und dann starb [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Es war einmal ein Kaufmann, der war so reich, dass er die ganze Straße und beinahe auch noch eine kleine Gasse mit Silbergeld pflastern konnte. Aber das tat er nicht, er wußte sein Geld anders anzulegen. Gab er einen Schilling aus, bekam er einen Taler wieder; so ein Kaufmann war er - und dann starb er.<br />
Der Sohn bekam nun all dies Geld, und er lebte lustig, ging jede Nacht auf Maskerade, machte Papierdrachen aus Reichstalerscheinen und ließ Goldstücke statt flache Steine über die Wasserfläche hüpfen. Auf diese Weise konnte das Geld wohl zu Ende gehen, und das tat es auch. Zuletzt besaß er nicht mehr als vier Schillinge und hatte keine andern Kleider als ein Paar Pantoffeln und einen alten Schlafrock. Jetzt machten sich seine Freunde nichts mehr aus ihm, da sie ja nicht mehr miteinander auf die Straße gehen konnten. Aber einer von ihnen, der gut war, schickte ihm einen alten Koffer und sagte: &quot;Pack ein!&quot; Ja, das war freilich sehr schön, aber er hatte nichts einzupacken, und so setzte er sich selbst in den Koffer.<br />
Das war ein sonderbarer Koffer! Sobald man auf das Schloß drückte, konnte der Koffer fliegen. Das tat er, wupp, flog er mit dem Kaufmannssohn durch den Schornstein, hoch hinauf über die Wolken, weiter und weiter fort. Es knackte im Boden, und der Kaufmannssohn hatte große Angst davor, der Koffer könne in Stücke gehen, denn dann hätte er einen ordentlichen Purzelbaum geschlagen! Gott bewahr uns! Und so kam er in das Land der Türken. Den Koffer versteckte er im Wald unter den welken Blättern und ging dann in die Stadt hinein. Das konnte er auch recht gut tun, denn bei den Türken gingen ja alle so wie er in Schlafrock und Pantoffeln. Da begegnete er einer Amme mit einem kleinen Kind. &quot;Sag mal, du Türkenamme&quot;, sprach er sie an &quot;was ist das für ein großes Schloß hier ganz in der Nähe der Stadt? Die Fenster sitzen so hoch!&quot;<br />
&quot;Da wohnt die Tochter des Königs!&quot; sagte sie. &quot;Es ist ihr prophezeit worden,dass sie sehr unglücklich über einen Geliebten werden wird, und darum darf niemand zu ihr kommen, außer wenn der König und die Königin dabei sind.&quot;<br />
&quot;Danke!&quot; sagte der Kaufmannssohn. Und darauf ging er hinaus in den Wald, setzte sich in seinen Koffer, flog hinauf auf das Dach und kroch durch das Fenster zur Prinzessin hinein.<br />
Sie lag auf dem Sofa und schlief; sie war so schön, dass der Kaufmannssohn sie küssen musste; sie erwachte und war ganz erschrocken. Aber er sagte, er sei der Türkengott, der durch die Luft zu ihr herabgekommen sei, und das gefiel ihr gut.<br />
Dann saßen sie nebeneinander, und er erzählte Geschichten von ihren Augen: das wären die schönsten dunklen Seen und die Gedanken schwämmen darin gleich Meerjungfrauen. Und er erzählte von ihrer Stirn: die wäre ein Schneeberg mit den prächtigen Sälen und Bildern. Und er erzählte vom Storch, der die süßen, kleinen Kinder bringt.<br />
Ja, das waren ein paar schöne Geschichten! Dann freite er um die Prinzessin und sie sagte gleich ja.<br />
&quot;Aber Sie müssen am Sonnabend herkommen&quot;, sagte sie, &quot;da sind der König und die Königin bei mir zum Tee. Sie werden sehr stolz darauf sein, dass ich den Türkengott bekomme. Aber sehen Sie zu, dass Sie ein recht schönes Märchen wissen, denn das haben meine Eltern ganz besonders gern; meine Mutter will es moralisch und vornehm haben, und mein Vater lustig, so dass man lachen kann.&quot;<br />
&quot;Ich bringe kein anderes Brautgeschenk als ein Märchen&quot;, sagte er, und dann schieden sie. Aber die Prinzessin gab ihm einen Säbel, der mit Goldstücken besetzt war, und die konnte er besonders gut gebrauchen.<br />
Nun flog er fort, kaufte sich einen neuen Schlafrock und saß dann draussen im Wald und dichtete an einem Märchen. Es sollte bis zum Sonnabend fertig sein, und das ist gar nicht so leicht.<br />
Dann war er fertig, und dann war es Sonnabend.<br />
Der König, die Königin und der ganze Hof wartete bei der Prinzessin mit dem Teewasser. Er wurde so reizend empfangen.<br />
&quot;Wollen Sie nun ein Märchen erzählen!&quot; sagte die Königin. &quot;Eines, das tiefsinnig und belehrend ist!&quot;<br />
&quot;Aber über das man doch lachen kann!&quot; sagte der König.<br />
&quot;Jawohl!&quot; sagte er und erzählte. Da muss man nun gut zuhören.<br />
&quot;Es war einmal ein Bund Schwefelhölzer, die waren so ausserordentlich stolz, weil sie von hoher Herkunft waren. Ihr Stammbaum, das heißt, die große Fichte, von der jedes ein kleines Stäbchen war, sollte ein großer, alter Baum im Wald gewesen sein. Die Schwefelhölzer lagen nun auf einem Brett zwischen einem Feuerzeug und einem alten Eisentopf, und denen erzählten sie nun von ihrer Jugend. `Ja, als wir auf dem grünen Zweig waren´, sagten sie, `da waren wir wahrlich auf dem grünen Zweig. Jeden Morgen und Abend Diamanttee, das war der Tau. Den ganzen Tag hatten wir Sonnenschein, wenn die Sonne schien und alle kleinen Vögel mußten uns Geschichten erzählen. Wir konnten sehr wohl merken, dass wir auch reich waren, denn die Laubbäume, die waren nur im Sommer bekleidet, aber unsere Familie konnte sich im Sommer und im Winter grüne Kleider leisten. Aber dann kamen die Holzhauer, das war die große Revolution, und unsere Familie wurde zersplittert; der Stammherr bekam eine Stelle als Großmast auf einem prächtigen Schiff, das die Welt umsegeln konnte, wenn es wollte. Die andern Äste kamen nach andern Orten, und wir haben nun die Aufgabe, der niedrigen Menge das Licht anzuzünden; deshalb sind wir vornehmen Leute hierher in die Küche gekommen.´<br />
`Ja, mit mir verhält es sich nun ganz anders!´sagte der eiserne Topf, neben dem die Schwefelhölzer lagen. `Von Anfang an, seit ich in die Welt hinauskam, bin ich viele Male gescheuert und gekocht worden! Ich sorge für das Solide und bin im Grunde genommen der Erste hier im Haus. Meine einzige Freude ist, so nach Tisch rein und nett an meinem Platz zu liegen und mit den Kameraden eine vernünftige Unterhaltung zu führen. Aber wenn ich vom Wassereimer absehe, der hin und wieder einmal in den Hof hinunterkommt, so leben wir immer in unseren vier Wänden. Unser einziger Neuigkeitsbote ist der Marktkorb, aber der redet so unruhig über die Regierung und das Volk. Ja, neulich war da ein alter Topf, der vor Schreck darüber herabfiel und sich in Stücke schlug! Er ist freisinnig, müssen Sie wissen!´<br />
`Jetzt schwatzt du zu viel!´sagte das Feuerzeug, und der Stahl schlug gegen den Feuerstein, dass er sprühte. `Wollen wir uns nun nicht einen lustigen Abend machen?´<br />
`Ja, lasst uns davon sprechen, wer der Vornehmste ist!´sagten die Schwefelhölzer.<br />
`Nein, ich schätze es nicht, von mir selbst zu sprechen!´sagte der irdene Topf . `Lasst uns eine Abendunterhaltung veranstalten! Ich werde etwas erzählen, was jeder erlebt hat; in das kann man sich so angenehm hineinversetzen, und es ist so vergnüglich. An der Ostsee bei den dänischen Buchen&#8230;´<br />
`Das ist ein schöner Anfang!´sagten alle Teller. `Das wird bestimmt eine Geschichte, die uns gefällt!´<br />
`Ja, dort verbrachte ich meine Jugend bei einer ruhigen Familie! Die Möbel wurden poliert, der Fußboden gewaschen, und alle vierzehn Tage wurden reine Gardinen aufgehängt!´<br />
`Wie interessant Sie erzählen!´sagte der Staubbesen. `Man hört gleich, dass es ein Frauenzimmer ist, das erzählt; es geht so etwas Reinliches durch die ganze Geschichte!&quot;<br />
`Ja, das fühlt man!´sagte der Wassereimer, und dann machte er vor Freude einen kleinen Hopser, so dass es auf den Fußboden platschte.<br />
Und der Topf erzählte weiter, und das Ende war ebenso gut wie der Anfang.<br />
Alle Teller klapperten vor Freude, und der Staubbesen nahm grüne Petersilie aus dem Sandloch und bekränzte den Topf, denn er wusste, dass dies die andern ärgern würde. Bekränze ich heute ihn, so bekränzt er morgen mich.<br />
`Nun will ich tanzen!´sagte die Feuerzange und tanzte. Ja, Gott bewahr uns, wie sie das eine Bein in die Höhe strecken konnte! Der alte Stuhlüberzug drüben in der Ecke platzte, als er es sah.`Werde i c h jetzt bekränzt?` fragte die Feuerzange, und das wurde sie.<br />
Es ist doch nur Pöbel, dachten die Schwefelhölzer.<br />
Nun sollte die Teemaschine singen; aber sie sagte, sie sei erkältet. Sie könne nicht, ausser wenn sie koche, aber das war nur aus Vornehmheit. Sie wollte nicht, ausser wenn sie drinnen bei der Herrschaft auf dem Tisch stand.<br />
Drüben am Fenster saß eine alte Schreibfeder, mit der das Mädchen immer schrieb. Es war nichts Merkwürdiges an ihr, ausser dass sie allzu tief ins Tintenfass getaucht war, aber darauf war sie nun stolz. `Wenn die Teemaschine nicht singen will´, sagte die Feder, ´dann kann sie es bleibenlassen! Draussen hängt in einem Bauer eine Nachtigall, die kann singen. Sie hat zwar nichts gelernt, aber darüber wollen wir heute abend nicht schlecht sprechen!´<br />
`Ich finde es höchst unpassend´, sagte der Teekessel, der Küchensänger und ein Halbbruder der Teemaschine war, `dass so ein fremder Vogel angehört werden soll! Ist das patriotisch? Ich will den Marktkorb darüber urteilen lassen!´<br />
`Ich ärgere mich nur´, sagte der Marktkorb.`Ich ärgere mich so gründlich, wie man es sich bloß denken kann! Ist das eine passende Art, einen Abend zu verbringen? Wäre es nicht richtiger, das Haus in Ordnung zu bringen? Ein jeder sollte dann an seinen Platz kommen, und ich würde das ganze Spiel leiten. Das würde etwas anderes werden.!´<br />
`Ja, lasst uns Krach machen!´sagten sie alle zusammen. Im selben Augenblick ging die Tür auf. Es war das Dienstmädchen, und da standen sie still, niemand sagte einen Mucks. Aber es gab nicht einen Topf, der nicht gewusst hätte, was er tun konnte, und wie vornehm er war. Ja, wenn ich gewollt hätte, dachten sie, dann wäre es wahrlich ein lustiger Abend geworden!<br />
Das Dienstmädchen nahm die Schwefelhölzer und machte mit ihnen Feuer an. Gott, bewahr uns, wie sie sprühten und in Flammen gerieten!<br />
Nun kann doch jeder sehen, dachten sie, dass wir die Ersten sind! Welchen Glanz wir haben, welches Licht! - Und dann waren sie verbrannt.&quot;<br />
&quot;Das war ein schönes Märchen!&quot; sagte die Königin. &quot;Ich fühlte mich so ganz in der Küche bei den Schwefelhölzern; ja, nun sollst du unsere Tochter haben!&quot;<br />
&quot;Ja, gewiss&quot;, sagte der König, &quot;am Montag sollst du unsere Tochter haben!&quot; Denn nun sagten sie du zu ihm, da er ja zur Familie gehören sollte.<br />
Die Hochzeit war somit bestimmt, und am Abend vorher wurde die ganze Stadt festlich erleuchtet. Zwiebäcke und Brezeln flogen unter das Volk. Die Gassenbuben standen auf den Zehen, riefen hurra und pfiffen durch die Finger; es war ausserordentlich prachtvoll.<br />
Ja, ich werde wohl auch etwas zum besten geben müssen, dachte der Kaufmannssohn, und dann kaufte er Raketen, Knallerbsen und all das Feuerwerk, was man sich nur denken kann, legte es in seinen Koffer und flog damit in die Luft.<br />
Rutsch, wie das zischte und wie das puffte!<br />
Alle Türken hüpften dabei in die Höhe, dass ihre Pantoffeln ihnen um die Ohren flogen; so eine Lufterscheinung hatten sie zuvor noch nie gesehen. Nun verstanden sie besser, dass es der Türkengott selbst war, der die Prinzessin haben sollte.<br />
Sobald der Kaufmannssohn mit seinem Koffer wieder in den Wald hinunterkam, dachte er: Ich will doch in die Stadt gehen, um zu hören, wie es sich ausgenommen hat! Und es war ja ganz natürlich, dass er dazu Lust hatte.<br />
Nein, wie doch die Leute erzählten! Ein jeder, den er danach fragte, hatte das Feuerwerk auf seine Weise gesehen; aber schön war es für sie alle gewesen.<br />
&quot;Ich sah den Türkengott selbt&quot;, sagte der eine, &quot;er hatte Augen wie glänzende Sterne und einen Bart wie schäumende Wasser!&quot;<br />
&quot;Er flog in einem Feuermantel daher&quot;, sagte ein anderer, &quot;die schönsten Engelskinder guckten aus den Falten hervor!&quot;<br />
Ja, das waren herrliche Dinge, die er da hörte. Und am folgenden Tag sollte er Hochzeit halten.<br />
Nun ging er in den Wald zurück, um sich in seinen Koffer zu setzen. Aber wo war er? Der Koffer war verbrannt! Ein Funken des Feuerwerks war zurückgeblieben, der Koffer hatte Feuer gefangen, und nun lag er in Asche. Der Kaufmanssohn konnte nicht mehr fliegen, nicht mehr zu seiner Braut gelangen.<br />
Sie stand den ganzen Tag auf dem Dach und wartete; sie wartet noch. Er aber durchwandert die Welt und erzählt Märchen,<br />
doch sie sind nicht mehr so lustig wie das, welches er von den Schwefelhölzern erzählte.</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.xn--mrchenbcher-l8a23a.org/der-fliegende-koffer/feed</wfw:commentRss>
		</item>
		<item>
		<title>Die Brüder Grimm</title>
		<link>http://www.xn--mrchenbcher-l8a23a.org/die-brueder-grimm</link>
		<comments>http://www.xn--mrchenbcher-l8a23a.org/die-brueder-grimm#comments</comments>
		<pubDate>Thu, 02 Apr 2009 06:07:22 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
		
		<category><![CDATA[Brüder Grimm]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.xn--mrchenbcher-l8a23a.org/?p=189</guid>
		<description><![CDATA[
Jacob Ludwig Karl Grimm wurde am 4.1.1785 in Hanau geboren, sein Bruder Wilhelm Karl Grimm am 24.2.1786 im gleichen Ort. Ihr Vater war Jurist.
Die Kinder lebten die ersten Jahre ihrer Jugend in Steinau und besuchten das Lyceum in Kassel. Ab 1829 bzw. 1839 waren sie Professoren in Kassel. Aufgrund ihrer Teilnahme am Protest der &#34;Göttinger [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: center;"><img class="aligncenter" src="http://märchenbücher.org/brueder_grimm.jpg" alt="Die Brüder Grimm" /></p>
<p>Jacob Ludwig Karl Grimm wurde am 4.1.1785 in Hanau geboren, sein Bruder Wilhelm Karl Grimm am 24.2.1786 im gleichen Ort. Ihr Vater war Jurist.<br />
Die Kinder lebten die ersten Jahre ihrer Jugend in Steinau und besuchten das Lyceum in Kassel. Ab 1829 bzw. 1839 waren sie Professoren in Kassel. Aufgrund ihrer Teilnahme am Protest der &quot;Göttinger Sieben&quot; wurden sie des Landes verwiesen.<br />
Um 1840 lebten beide in Berlin. Jakob Grimm starb am 20.9.1863 in Berlin, sein Bruder am 16.12.1859 im gleichen Ort.</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.xn--mrchenbcher-l8a23a.org/die-brueder-grimm/feed</wfw:commentRss>
		</item>
		<item>
		<title>Dornröschen - Brüder Grimm</title>
		<link>http://www.xn--mrchenbcher-l8a23a.org/dornroeschen</link>
		<comments>http://www.xn--mrchenbcher-l8a23a.org/dornroeschen#comments</comments>
		<pubDate>Thu, 02 Apr 2009 06:06:07 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
		
		<category><![CDATA[Dornröschen]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.xn--mrchenbcher-l8a23a.org/?p=95</guid>
		<description><![CDATA[Vorzeiten war ein König und eine Königin, die sprachen jeden Tag: »Ach, wenn wir doch ein Kind hätten!«, und kriegten immer keins. Da trug sich zu, als die Königin einmal im Bade saß, daß ein Frosch aus dem Wasser ans Land kroch und zu ihr sprach: »Dein Wunsch wird erfüllt werden, ehe ein Jahr vergeht, [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Vorzeiten war ein König und eine Königin, die sprachen jeden Tag: »Ach, wenn wir doch ein Kind hätten!«, und kriegten immer keins. Da trug sich zu, als die Königin einmal im Bade saß, daß ein Frosch aus dem Wasser ans Land kroch und zu ihr sprach: »Dein Wunsch wird erfüllt werden, ehe ein Jahr vergeht, wirst du eine Tochter zur Welt bringen.« Was der Frosch gesagt hatte, das geschah, und die Königin gebar ein Mädchen, das war so schön, daß der König vor Freude sich nicht zu lassen wußte und ein großes Fest anstellte. Er lud nicht bloß seine Verwandten, Freunde und Bekannten, sondern auch die weisen Frauen dazu ein, damit sie dem Kind hold und gewogen wären. Es waren ihrer dreizehn in seinem Reiche, weil er aber nur zwölf goldene Teller hatte, von welchen sie essen sollten, so mußte eine von ihnen daheim bleiben. Das Fest ward mit aller Pracht gefeiert, und als es zu Ende war, beschenkten die weisen Frauen das Kind mit ihren Wundergaben: die eine mit Tugend, die andere mit Schönheit, die dritte mit Reichtum, und so mit allem, was auf der Welt zu wünschen ist. Als elfe ihre Sprüche eben getan hatten, trat plötzlich die dreizehnte herein. Sie wollte sich dafür rächen, daß sie nicht eingeladen war, und ohne jemand zu grüßen oder nur anzusehen, rief sie mit lauter Stimme: »Die Königstochter soll sich in ihrem fünfzehnten Jahr an einer Spindel stechen und tot hinfallen.« Und ohne ein Wort weiter zu sprechen, kehrte sie sich um und verließ den Saal. Alle waren erschrocken, da trat die zwölfte hervor, die ihren Wunsch noch übrig hatte, und weil sie den bösen Spruch nicht aufheben, sondern nur ihn mildern konnte, so sagte sie: »Es soll aber kein Tod sein, sondern ein hundertjähriger tiefer Schlaf, in welchen die Königstochter fällt.&quot; Der König, der sein liebes Kind vor dem Unglück gern bewahren wollte, ließ den Befehl ausgehen, daß alle Spindeln im ganzen Königreiche sollten verbrannt werden. An dem Mädchen aber wurden die Gaben der weisen Frauen sämtlich erfüllt, denn es war so schön, sittsam, freundlich und verständig, daß es jedermann, der es ansah, liebhaben mußte. Es geschah, daß an dem Tage, wo es gerade fünfzehn Jahr alt ward, der König und die Königin nicht zu Haus waren und das Mädchen ganz allein im Schloß zurückblieb. Da ging es allerorten herum, besah Stuben und Kammern, wie es Lust hatte, und kam endlich auch an einen alten Turm. Es stieg die enge Wendeltreppe hinauf und gelangte zu einer kleinen Türe. In dem Schloß steckte ein verrosteter Schlüssel, und als es umdrehte, sprang die Türe auf, und saß da in einem kleinen Stübchen eine alte Frau mit einer Spindel und spann emsig ihren Flachs. »Guten Tag, du altes Mütterchen«, sprach die Königstochter, »was machst du da?« »Ich spinne«, sagte die Alte und nickte mit dem Kopf. -,»Was ist das für ein Ding, das so lustig herumspringt?« sprach das Mädchen, nahm die Spindel und wollte auch spinnen. Kaum hatte sie aber die Spindel angerührt, so ging der Zauberspruch in Erfüllung, und sie stach sich damit in den Finger. In dem Augenblick aber, wo sie den Stich empfand, fiel sie auf das Bett nieder, das da stand, und lag in einem tiefen Schlaf. Und dieser Schlaf verbreitete sich über das ganze Schloß: der König und die Königin, die eben heimgekommen waren und in den Saal getreten waren, fingen an einzuschlafen, und der ganze Hofstaat mit ihnen. Da schliefen auch die Pferde im Stall, die Hunde im Hofe, die Tauben auf dem Dache, die Fliegen an der Wand, ja, das Feuer, das auf dem Herd flackerte, ward still und schlief ein, und der Braten hörte auf zu brutzeln, und der Koch, der den Küchenjungen, weil er etwas versehen hatte, in den Haaren ziehen wollte, ließ ihn los und schlief. Und der Wind legte sich, und auf den Bäumen vor dem Schloß regte sich kein Blättchen mehr. Rings um das Schloß aber begann eine Dornenhecke zu wachsen, die jedes Jahr höher ward und endlich das ganze Schloß umzog und darüber hinaus wuchs, daß gar nichts mehr davon zu sehen war, selbst nicht die Fahne auf dem Dach. Es ging aber die Sage in dem Land von dem schönen schlafenden Dornröschen, denn so ward die Königstochter genannt, also daß von Zeit zu Zeit Königssöhne kamen und durch die Hecke in das Schloß dringen wollten. Es war ihnen aber nicht möglich, denn die Dornen, als hätten sie Hände, hielten fest zusammen, und die Jünglinge blieben darin hängen, konnten sich nicht wieder losmachen und starben eines jämmerlichen Todes. Nach langen, langen Jahren kam wieder einmal ein Königssohn in das Land und hörte, wie ein alter Mann von der Dornenhecke erzählte, es sollte ein Schloß dahinter stehen, in welchem eine wunderschöne Königstochter, Dornröschen genannt, schon seit hundert Jahren schliefe, und mit ihr schliefe der König und die Königin und der ganze Hofstaat. Er wußte auch von seinem Großvater, daß schon viele Königssöhne gekommen wären und versucht hätten, durch die Dornenhecke zu dringen, aber sie wären darin hängengeblieben und eines traurigen Todes gestorben. Da sprach der Jüngling: »Ich fürchte mich nicht, ich will hinaus und das schöne Dornröschen sehen. « Der gute Alte mochte ihm abraten, wie er wollte, er hörte nicht auf seine Worte. Nun waren aber gerade die hundert Jahre verflossen, und der Tag war gekommen, wo Dornröschen wieder erwachen sollte. Als der Königssohn sich der Dornenhecke näherte, waren es lauter große schöne Blumen, die taten sich von selbst auseinander und ließen ihn unbeschädigt hindurch, und hinter ihm taten sie sich wieder als eine Hecke zusammen. Im Schloßhof sah er die Pferde und scheckigen Jagdhunde liegen und schlafen, auf dem Dache saßen die Tauben und hatten das Köpfchen unter den Flügel gesteckt. Und als er ins Haus kam, schliefen die Fliegen an der Wand, der Koch in der Küche hielt noch die Hand, als wollte er den jungen anpacken, und die Magd saß vor dem schwarzen Huhn, das sollte gerupft werden. Da ging er weiter und sah im Saale den ganzen Hofstaat liegen und schlafen, und oben bei dem Throne lag der König und die Königin. Da ging er noch weiter, und alles war so still, daß einer seinen Atem hören konnte, und endlich kam er zu dem Turm und öffnete die Türe zu der kleinen Stube, in welcher Dornröschen schlief. Da lag es und war so schön, daß er die Augen nicht abwenden konnte, und er bückte sich und gab ihm einen Kuß. Wie er es mit dem Kuß berührt hatte, schlug Dornröschen die Augen auf, erwachte und blickte ihn ganz freundlich an. Da gingen sie zusammen herab, und der König erwachte und die Königin und der ganze Hofstaat und sahen einander mit großen Augen an. Und die Pferde im Hof standen auf und rüttelten sich; die Jagdhunde sprangen und wedelten; die Tauben auf dem Dache zogen das Köpfchen unterm Flügel hervor, sahen umher und flogen ins Feld; die Fliegen an den Wänden krochen weiter; das Feuer in der Küche erhob sich, flackerte und kochte das Essen; der Braten fing wieder an zu brutzeln; und der Koch gab dem jungen eine Ohrfeige, daß er schrie; und die Magd rupfte das Huhn fertig. Und da wurde die Hochzeit des Königssohns mit dem Dornröschen in aller Pracht gefeiert, und sie lebten vergnügt bis an ihr Ende.</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.xn--mrchenbcher-l8a23a.org/dornroeschen/feed</wfw:commentRss>
		</item>
	</channel>
</rss>
